Rischenau (afk). Seit 2005 ist das umgebaute und sanierte Schützenhaus in Rischenau in Betrieb. Der Schützenverein selbst hatte dank der Unterstützung seiner Mitglieder und Sponsoren sowie Zuschüssen von der Stadt und aus Sportfördermitteln dieses Projekt erfolgreich gestemmt, das zum damaligen 375jährigen Vereinsjubiläum auch rechtzeitig fertig wurde. Ganz fertig war es allerdings dann doch nicht, denn in einem auf später verschobenen Bauabschnitt sollte die im Haus integrierte Toilettenanlage auf modernen Stand gebracht werden. Diese Maßnahme ist in kompletter Eigenleistung nun zur Hälfte erledigt. "Wir hoffen, bis Ende diese Jahres alles geschafft zu haben", ist der Vorsitzende Kay Schildmann optimistisch.
Die Sanierung und der Umbau des Schützenhauses am Sportplatz hatten dem 360 Mitglieder zählenden Schützenverein einige Kraftanstrengungen abverlangt. Mit maßgeblicher Unterstützung von Reinhard Mühlenhof und viel Eigenleistung der Mitglieder, die sich in ihrer Freizeit engagiert und tatkräftig mit angepackt hatten wurde das Projekt begonnen. Aber damit war das Projekt allein nicht zu wuppen: Es musste auch Geld her. Viele erwarben symbolische Bausteine, die zur Finanzierung herangezogen werden konnten. Aber auch Spender und Sponsoren halfen kräftig mit. Letztlich blieben damals immer noch 25.000 Euro über, die durch ein Darlehen abgedeckt werden mussten. "Da hatten wir zehn Jahre lang finanziell schon ziemlich alles ausgereizt und haben nicht ganz so vordringliche Maßnahmen wie die Sanierung der zwar in die Jahre gekommenen, aber noch voll funktionstüchtigen Toilettenanlage zeitlich nach hinten verschoben", erinnert sich der heutige Vorsitzende. "Im Vordergrund stand damals bei uns die Einrichtung der wettkampftauglichen Schießanlage, weil die auch dringend für unseren vereinsinternen Schießbetrieb für unsere knapp 40 aktiven Sportschützinnen und Sportschützen benötigt wurde." Regelmäßig fanden in der Folge dann auch Wettkämpfe des Westfälischen Schützenbundes und des Kreisschützenbundes auf der modernen Rischenauer Anlage statt. Die Vereinsfinanzen erholten sich dann doch noch schneller als geplant, und so verkündete der damalige Schatzmeister Hartmut Trompeter während der Jahreshauptversammlung 2014 als letzte Nachricht vor der Übergabe seines Postens an seine Nachfolgerin Sabine Meyer, dass das Darlehen getilgt wurde, der Verein schuldenfrei und nun Eigentümer des Schützenhauses sei. "Damit konnten wir uns von da an neu Gedanken über den nächsten Bauabschnitt machen", sagt Kay Schildmann. Die Jahreshauptversammlung stimmte den Planungen zu. Im Oktober letzten Jahres begannen die Umbau- und Modernisierungsmaßnahmen, die wieder schrittweise von Freiwilligen angegangen wurden. "Das waren dann immer kleine Trupps von ein paar Mann, die zum Beispiel Wände einrissen oder Böden aufstemmten oder mauerten und Kabel verlegten", erzählt der Vorsitzende. "Insgesamt waren es wohl um die 30 Personen, die hier tatkräftig mit angepackten, darunter auch einige Rentner, die uns mit ihrer beruflichen Erfahrung geholfen haben." Die alte Toilettenanlage im Haus war über 30 Jahre alt, entsprach wahrlich nicht mehr dem heute üblichen Standard und passte schon gar nicht mehr zu dem modernen Ambiente und den Einrichtungen des inzwischen schmucken Schützenhauses. Die ehemals verwinkelt angeordneten Räumlichkeiten der Damen- und Herrentoiletten wurden neu platziert. Strategisch ging man so vor, dass zunächst die Damentoiletten umgebaut und komplett neu eingerichtet werden sollten. Bis auf den großen Wandspiegel über den Waschbecken ist dort mittlerweile nahezu alles betriebsbereit. Die Wände und der Fußboden sind gekachelt, die Toilettenkabinen aufgebaut. Der gesamte Raum präsentiert sich in einem ansprechenden Weiß/Grau. Im Bereich der Herrentoilette ist derzeit noch Großbaustelle. In dem Raum sind noch die Wände und der Fußboden aufgestemmt. Elektrokabel und Leitungen sowie diverse Anschlüsse sind bereits in noch offenen Gräben verlegt. "Da wir das alles mit unseren Fachkräften allein machen, dauert das gesamte Projekt halt etwas länger, weil wir nur dann weiterarbeiten können, wenn die erforderlichen Leute auch Zeit haben. Und nicht jeder kann an jedem Wochenende für unser Projekt zur Verfügung stehen", zeigt Schildmann Verständnis. Rund 500 Stunden haben die Freiwilligen bereits in diese Baumaßnahme ihres Schützenvereins gesteckt. Rund 25.000 Euro seien das in Eigenleistung, hat Kay Schildmann ausgerechnet. Und es wird noch die ein oder andere Stunde mehr hinzukommen bis dann wirklich alles fertig ist. "Angedacht ist, dass wir im Frühjahr dann auch dieses Bauabschnitt offiziell einweihen und mit einem Tag der offenen Tür das dann komplette Schützenhaus der Öffentlichkeit vorstellen", kündigt der Vorsitzende an. Dass damit dann mit dem Bauen am vereinseigenen Haus auf Dauer Ruhe ist, glaubt Schildmann nicht: "Dann müssen wir nach über zehn Jahren vermutlich schon wieder die ersten Reparaturarbeiten vornehmen." Jetzt aber freuen sich Vorstand und Mitglieder zunächst, dass das Jahrhundertprojekt des Schützenvereins Rischenau sich in absehbarer Zeit der Vollendung nähert.
