WUNSTORF (mk). Die aktuelle Flüchtlingssituation in Europa und vor allem in Deutschland stellt die Behörden und Organisationen vor Herausforderungen. Innerhalb kürzester Zeit müssen eine große Anzahl Menschen untergebracht werden - das gilt auch für das Land Niedersachsen. Seit Anfang September sind die THW-Ortsverbände in Bremen und Niedersachsen pausenlos ehrenamtlich im Einsatz und leisten technische Hilfe. Der THW-Ortsverband Wunstorf unterstützt dabei aktuell mit über 25 Helferinnen und Helfern in mehreren Flüchtlingsunterkünften bei der Beleuchtung und Stromversorgung.
Die Fachgruppe Beleuchtung wurde am ersten Septemberwochenende zur Unterstützung bei der Einrichtung einer Flüchtlingsunterkunft in einer ehemaligen britischen Kaserne in Hameln alarmiert. Mit acht THW-Helfern wurde der Ankunftsbereich der Flüchtlingsunterkunft mit einem Lichtmast und mehreren "Powermoons" ausgeleuchtet. Über eine Woche wurde in Nachtschichten der Betrieb der Beleuchtungstechnik und Stromversorgung sichergestellt. Zu Beginn der folgenden Woche erreichte die freiwilligen Katastrophenschützer eine weitere Anforderung. Zehn THW-Helfer aus Wunstorf bauten in einer Kaserne in Bückeburg ein Stromleitungsnetz auf, um dort einen provisorischen Sanitärbereich für eine Flüchtlingsunterkunft zubetreiben und das Areal auszuleuchten. Versorgt wurde das Stromnetz mit einer 175 kVA Netzersatzanlage des THW-Ortsverbandes Wunstorf. Nach drei Tagen, in denen sich die eigenen Elektrofachkräfte schichtweise abgelöst hatten, konnte der Einsatz vorerst beendet werden. Nach einer Woche fand ein Umbau des provisorischen Stromnetzes auf eine stationäre Übergangslösung statt und die ehrenamtlichen Einsatzkräfte konnten mit ihrem Material wieder in das heimische Wunstorf abrücken. Ein weiterer Einsatz erreichte die THW-Helfer kurzfristig am Sonntagabend. In Celle stellten daraufhin Elektrofachkräfte aus Wunstorf den Betrieb einer Netzersatzanlage zur mobilen Stromversorgung sicher. Parallel zum Abschluss der ersten drei Einsätze finden zur Zeit weitere Erkundungen und Abfragen des THW statt. Ein Ende der Einsatzserie ist momentan nicht absehbar. Alle THW-Helfer sind ehrenamtlich im Einsatz und werden für die Zeit der Einsätze von ihrem Arbeitgeber freigestellt. Dafür gilt diesen und den Familien der Einsatzkräfte der Dank der Gesellschaft. Bundesweit waren bisher rund 11.500 THW-Kräfte an mehr als 300 Einsatzorten im Rahmen der Flüchtlingshilfe beteiligt. Foto: privat
