Leopoldshöhe (kd). Leos Kino zeigt am Montag, 19. Oktober, ab 19.30 Uhr den Film "Wir sind jung. Wir sind stark". Einlass ist ab 19 Uhr im Familienzentrum Leos an der Schulstraße 33. Der Eintritt beträgt 4,50 Euro. Karten können um unter der E-Mail-Adresse "leos-kino@gmx.de" vorbestellt werden. Mit "Wir sind jung. Wir sind stark." hat der Berliner Regisseur Burhan Qurbani den kraftvollsten deutschen Film der letzten Jahre geschaffen. Es ist eine Auseinandersetzung mit den ausländerfeindlichen Krawallen vom August 1992 in Rostock-Lichtenhagen. Damals hatten rund 500 Gewalttäter vier Tage lang das sogenannte Sonnenblumenhaus, damals ein Wohnheim für Vietnamesen, bedroht. Am Abend des 24. Augusts 2002 trafen sich rund 3.000 Menschen vor dem Wohnheim, skandierten rechtsextreme Parolen und steckten das Gebäude in Brand. Rund 120 Vietnamesen und ein ZDF-Fernsehteam waren im Haus eingeschlossen. Die Polizei hatte sich zuvor zurückgezogen, die Menschenmenge behinderte die Feuerwehr bei den Löscharbeiten. Erst am späten Abend kehrte die Polizei zurück und konnte die Angreifer vertreiben. Alle Bewohner des Hauses überlebten wie durch ein Wunder den Anschlag. Qurbani dokumentiert in ausdrucksstarken Schwarz-Weiß-Bildern diesen Tag in Rostock. Da ist zunächst Stefan (umwerfend: Jonas Nay), der mit seiner Clique herumhängt, ohne Lebensmut ist und an den rechten Parolen der anderen zweifelt, ihnen aber nichts entgegensetzt. Oder Lien (Trang Le Hong), die mit ihrer Familie im Sonnenblumenhaus lebt und trotz allem ihre Zukunft in Deutschland sieht. Vor allem ist da aber Martin (Devid Striesow), nervöser Lokalpolitiker, der mehr an seine Karriere als an die Bürger denkt. Qurbani verzichtet bewusst auf Schuldzuweisungen und einseitig-verkürzte Erklärungen, sondern entwirft ein komplexes Gesellschaftspanorama einer jungen Republik, in die nach Wende und Wiedervereinigung Alltag und Desillusionierung eingetreten sind. Einfach ist hier nichts: Wenn die Menschenmenge vor dem Sonnenblumenhaus plötzlich die "Internationale" anstimmt, passt das nicht zum Bild vom rechtsradikalen Mob, sondern wirft ganz andere, tiefergehende Fragen auf.
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"Wir sind jung, wir sind stark"
Leos Kino zeigt einen Film von bedrückender Aktualität
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