Leopoldshöhe (kd). Ein Fest rund um die "tolle Knolle" hat der Heimatverein Leopoldshöhe am vergangenen Sonntag gefeiert. Bei sonnigem Wetter machten sich mehrere hundert Besucher auf den Weg zum Heimathof. Es fand bereits zum fünften Mal – im Wechsel mit dem Dreschfest – statt. Mit einem durchdringenden "Kikeriki" wurden die Ankommenden begrüßt. So lautstark äußerten sich die großgewachsenen "Italiener"-Hähne. Auch wenn sie in Käfigen präsentiert wurden, entsprachen sie mit ihrer Farbenpracht doch der landläufigen Vorstellung von einem Bauernhof. Zum ersten Mal beteiligte sich der Geflügelzuchtverein Leopoldshöhe an dem Fest. Sieben Züchter stellten ihre Hühner wie die Italiener und dunkelbraunen Barnevelder sowie Tauben wie die schwarzglänzenden Orientalischen Roller aus. Passend zum Motto des Tages wurden für die hungrigen Gäste Bratkartoffeln und lippischer Pickert frisch zubereitet. Auch ein Kartoffelbier (zubereitet mit Kartoffelsaft) war im Angebot. Die Kinder konnten mit einem Löffel und einer Knolle oder beim Hüpfen mit ausgedienten Kartoffelsäcken um die Wette laufen. Klaus Sunkovsky, der stellvertretende Vorsitzende des Heimatvereins, beglückte die Sieger mit Süßigkeiten und kleinen Sachpreisen. Welch eine bunte Vielfalt an Kartoffeln mit lauter sprechenden Namen: Neben dem Korb mit der Sorte "Red Emmalie", lag die "Violetta" aus, die Sorten "Rosaroter Panter" wurden ebenso angeboten wie "Schwarzer Schwede". Neben den länglichen "Bamberger Hörnchen" waren vor allem die festkochende "Annabelle" gefragt. Und während die Erwachsenen für ihren Vorrat zu Hause zu fertig abgepackten Papiertüten griffen, langten die Kinder lieber nebenan auf dem Acker zu. Rudi Strunk, der Ehrenvorsitzende des Heimatvereins, griff selbst zur Gabel, um die Kartoffeln auszugraben. Und der Nachwuchs ließ sich nicht lange bitten. Kaum wurden die gelben Knollen sichtbar, landeten sie auch schon in den Kinderhänden und verschwanden in Tüten und Beuteln. "Der Vorrat, den ihr da aufsammelt, reicht ja für die nächsten Wochen", stöhnte eine Mutter. Vier wagemutige Kandidaten trauten sich dann, am Kartoffelschälwettbewerb für Männer teilzunehmen. "Zum Glück sieht mich meine Frau hier nicht, sonst muss ich zu Hause immer den Job machen", meinte Ulrich Quapp, als er zum Schälmesser griff. Auch Karl-Heinz Weitenhofer, Friedel Klee und Rudolf Purrmann versuchten, ein möglichst langes Stück der Schale abzuheben. Der Vorgang erinnerte Marie-Anna Raab aus Stapelage an ihre Kindheit. "Wenn die Schale in einem Stück bleibt, gibt es eine neue Schürze, hat meine Mutter immer gesagt", meinte sie. "Das haben früher wohl viele Mädchen gehört." Eine solche Leistung kam nicht zustande, aber die Abschnitte mussten schon genau geprüft werden. Klaus Sunkovsky und der Heimatvereinsvorsitzende Helmut Eikermann sprachen salomonisch zwei Kandidaten den ersten Platz und zwei den zweiten Platz zu. So konnten Karl-Heinz Weitenhofer und Rudolf Purrmann jeweils eine Flasche Kartoffelschnaps sowie Friedel Klee und Ulrich Quapp je eine Flasche Kartoffelbier mit nach Hause nehmen.
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Rot, violett und schwarz
Heimatverein feierte mit vielen Besuchern das Kartoffelfest
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