Oerlinghausen-Lipperreihe (kd). Vor einem Jahr wurde der Bürgerladen in Lipperreihe eröffnet. Den Geburtstag hat der Verein "Leben in Lipperreihe" gemeinsam mit zahlreichen Anwohnern mit einem Fest gefeiert. Wo sonst Autos durch den Ort fahren, stehen nun Tische und Bänke. Hier wird gegessen und getrunken, geklönt. Mitten auf der Fahrbahn reiten Mädchen auf Ponys, Jungen schießen mit einer Wasserspritze Tennisbälle ab. Zum Geburtstagsfest hatte der Kreis Lippe erlaubt, die Dalbker Straße zu sperren. Hans Scholl, Dieter Koring und Manfred Seitz spielten Evergreens wie "Wochenend’ und Sonnenschein". Die Sonne zeigt sich tatsächlich den ganzen Tag, alle Gäste sind vergnügt, und auch die Bilanz des Bürgerladens ist positiv. "Wir wachsen, aber in kleinen Schritten", berichtet Marktleiter Michael Wallbaum. Es sind vor allem ältere Einwohner Lipperreihes, die sich mit Lebensmitteln versorgen. Aber auch Schüler decken sich vor und nach dem Unterricht mit Pausenverpflegung ein. "Wir haben 300 bis 400 Kunden pro Tag", hat Wallbaum gezählt. Das sei schon recht beachtlich, der Gesamtumsatz sei aber noch steigerungsfähig. Der Marktleiter formuliert als Ziel: "Wir müssen erreichen, dass die Kunden bei uns auch ihren Haupteinkauf machen." Gleichzeitig nimmt er mit der Zusammenstelllung seines Sortiments Rücksicht auf die benachbarten Geschäfte. "Ich möchte doch niemand verdrängen", sagte Wallbaum. Durch bauliche Veränderungen ist der Zugang zum Ladenlokal noch leichter geworden. So wurde der Fußweg an einer Stelle abgesenkt, ein Behindertenparkplatz ausgewiesen, für die übrigen Parkplätze wurde eine Parkscheibenpflicht eingeführt, damit ein beständiger Wechsel erfolgt. Die Stadt unterstütze das Projekt nach Kräften, lobte Wallbaum. Nicht zuletzt der zwischenmenschliche Kontakt habe sich in Lipperreihe deutlich verbessert, stellte der Marktleiter fest. "Die älteren Kunden treffen hier Bekannte und kommen dann schnell ins Gespräch, auch das Verhältnis zu meinen Mitarbeitern ist schon fast freundschaftlich." Zu den Stammkunden gehört Reinhild Aukamp. Sie sucht bevorzugt den Bürgerladen auf. "Doch jetzt dauert jeder Einkauf länger, ich treffe ja immer jemand", sagte sie. Eine andere Kundin hat den Laden erst kürzlich entdeckt. "Dabei fahre ich doch jeden Tag hier vorbei", stellte sie fest. Jetzt kauft sie regelmäßig im "Lili"-Laden ein. Die großzügigen Öffnungszeiten kommen ihr dabei sehr gelegen: Der Markt öffnet bereits um 6 Uhr und schließt erst um 20 Uhr. Nach wie vor ist die Mithilfe von ehrenamtlichen Kräften unerlässlich. Andreas Otte, Ralf Ober und Bruno-Heinz Weber sind täglich zur Stelle, wenn Ware ausgepackt und einsortiert werden muss. "Sie sind die guten Seelen des Lili-Marktes, ohne sie würde es nicht funktionieren", sagte der Vereinsvorsitzende Peter Heepmann. Als kleines Zeichen des Dankes überreichte er ihnen einen Präsentkorb. "Das ist zugleich Werbung für den Markt, denn dort kann man sie auch bekommen", meinte Heepmann.
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Warum der Einkauf länger dauert
"Lili"-Markt in Lipperreihe hat sich gut entwickelt und viele Kontakte ermöglicht
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