WUNSTORF (tau). Zu einem Festvortrag von Professorin Annelie Keil mit dem Titel "Die Liebe zum Leben braucht den Mut zum Abschied" lädt der ambulante Hospizdienst DASEIN des ev.-luth. Kirchenkreises Neustadt/Wunstorf am 14. Oktober um 19 Uhr in der Stadtkirche Wunstorf ein. Anlass ist zum einen das 15-jährige Bestehen des Hospizdienstes sowie zum anderen der alljährliche deutsche Hospiztag. Den musikalischen Rahmen des Abends gestaltet Thorsten Doll am Saxophon. Der Eintritt ist frei, doch Spenden für Dasein sind herzlich willkommen.
"Wir mussten uns zunächst mit allen Kräften entbinden, um nun mit der Geburt zu lernen, dass Leben immer Wandel ist, dass dem Einlassen das Loslassen folgt. Die Rhythmen des Lebens sind Krisen, Übergänge, immer wieder Anfänge und Abschiede", so Keils Gedanken. Ganz im Sinne der Hospizbewegung will die Wissenschaftlerin das Tabuthema Sterben zurück in die Mitte der Gesellschaft holen. Es gebe ja grundsätzlich keinen Menschen, der nicht irgendwann Erfahrungen mit dem Tod gemacht hat oder machen wird. Der Bremer Gesundheitswissenschaftlerin liegt die Hospizbewegung besonders am Herzen. An der Universität Bremen bildete die heute 74-jährige verschiedene Berufsgruppen für die Arbeit mit Sterbenden aus. Sterben hat nicht nur eine körperlich medizinische Seite, sondern auch eine geistige, eine soziale, seelische und spirituelle Seite. In der Hospizbewegung steht der Mensch selbst im Mittelpunkt. Das Wichtigste bei der Begleitung sei das "Dasein" und Mitsein, das Anerkennen der Unterschiedlichkeit der Menschen, Respekt und Geduld, sich auf den Prozess einzulassen. Im Kirchenkreis Neustadt/Wunstorf sind derzeit 44 ehrenamtliche und zwei hauptamtliche Mitarbeitende beschäftigt, bundesweit sind in der Hospizbewegung etwa 100.000 Menschen engagiert. DASEIN begleitet Sterbende, Angehörige und Trauernde im Kirchenkreis unabhängig von Religionszugehörigkeit zu Hause, im Krankenhaus oder im Pflegeheim. Weitere Informationen unter www.hospiz-dasein.de und unter 05032/914507. Foto: privat
