HAGENBURG (gi). 4000 Landwirte aus ganz Niedersachsen hatten in Hannover gegen die Politik von Landwirtschaftsminister Christian Meyer und seiner Regierung protestiert. Auch in Hagenburg ist der Unmut der Ackerbauern und Viehwirte groß. "Es geht um Verordnungen und Kontrollen, die zusätzliche Kosten verursachen. Vor allem aber um das negative Image, das Meyer den Landwirten verpasst". So sieht es Schweinehalter Heiko Bothe, der auf der Demo in Hannover für die Belange seiner Berufskollegen eintrat. Massentierhaltung sei einer der Begriffe, die in Interviews und Reden des Ministers immer wieder auftauchten. Doch dass Tiere in großen, modernen Anlagen oft unter besseren Haltungsbedingungen lebten als in alten Ställen, werde nicht deutlich genug, meint Milchviehhalterin Sandra Teigeler. "Nur mit gesunden und zufriedenen Tieren können wir gut arbeiten. Wer in neue Stallanlagen investiert, muss deshalb das Tierwohl im Blick haben", sagte die 37-Jährige. Der gesellschaftliche Wille für mehr Tierschutz sei bei den Landwirten längst angekommen. "Wir sind schließlich auch ein Teil der Gesellschaft". Die Ackerbauern indes ärgerten sich über verallgemeinernde Aussagen zur "Verseuchung" des Grundwassers durch Pflanzenschutzmittel. "Wir arbeiten mit modernsten technischen Geräten. Und natürlich ist uns auch daran gelegen, möglichst wenig Pflanzenschutzmittel einzusetzen", betont Landwirt Henrik Schweer. Dass noch viel getan werden müsse, sei allen klar. "Wir müssen einen Konsens finden", meint Jan-Wilhelm Tieste, der ebenfalls in Hannover auf die Straße ging. "Schön wäre, wenn es der Minister gemeinsam mit den Landwirten anpackt, statt gegen sie vorzugehen". Die Hagenburger hoffen, dass ihr Appell im Landwirtschaftsministerium Gehör findet.
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Tierwohl im Blick
Landwirte fordern faire Zusammenarbeit
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