Horn-Bad Meinberg/Billerbeck (gh). Aus einer kleinen Idee ist eine große Aktion geworden: Lippische Friseure haben kürzlich Flüchtlingen, die derzeit im ehemaligen Hotel "Zur Linde" in Billerbeck wohnen, kostenlos die Haare geschnitten oder frisiert.
Vor einiger Zeit sammelte Luigi mit Familie und Freunden Kleidung und Spielsachen für Flüchtlinge. "Aus dieser privaten Initiative ist zudem der Gedanke entstanden, die Flüchtlinge frisieren zu lassen", berichtet der Horner. "Mein Gedanke war es, viele Friseure aus der Umgebung für diese Aktion zu aktivieren." Er nahm Kontakt zur Johanniter-Unfall-Hilfe auf, die die Notunterkunft in Billerbeck betreut, und kontaktierte parallel zahlreiche Friseurstudios in Horn-Bad Meinberg und Umgebung. Mehr als 40 Friseure erklärten sich bereit, die Aktion zu unterstützen. Weil der Platz im zum Friseursalon umfunktionierten "Lindenstübchen" begrenzt war, griffen am Sonntag schließlich 13 Friseurinnen und Friseure zu Kamm und Schere. Darunter auch Ibrahim Fehmi aus Detmold. "Als ich von der Aktion erfuhr habe ich sofort zugesagt. Jetzt habe ich schon um die zehn Frisuren gemacht. Das hier macht allen viel Spaß", so Fehmi. Freude rief die Friseur-Aktion auch bei den Bewohnern der Notunterkunft hervor: Im improvisierten Friseursalon wurde viel gelacht. Viele der rund 200 Flüchtlinge, darunter 30 Kinder, genossen die Gelegenheit, für einen kurzen Moment zur Ruhe zu kommen, sich von den Strapazen zu erholen und verwöhnen zu lassen. Etwas positives zu erleben, das Kraft gibt für die nächste Zeit. "Das Wichtigste, um sich wohlzufühlen, ist ein gepflegtes Gefühl", erklärte Dilek aus Horn. Außerdem sei vom 23. bis 26. September das islamische Opferfest, "und dafür macht sich jeder gern schön". Die Verständigung verlief ganz unproblematisch, teils mit Händen und Füßen, teils beherrschten die Friseure die entsprechende Sprache. Außerdem stellte die Johanniter-Unfall-Hilfe einige mehrsprachige Mitarbeiter als Dolmetscher zu Verfügung. "Es ist toll, dass so viele helfen wollen. Es wird viel angeboten, aber diese Haarschneide-Aktion ist außergewöhnlich", resümierte Matthias Schröder (Regionalvorstand Johanniter-Unfall-Hilfe).
