Wüsten. Einmal pro Monat treffen sich die Damen der Frauenfrühstücksgruppe der Kirchengemeinde Wüsten. Im Anschluss an das Frühstück informieren sich die Teilnehmer über interessante Themen.
Wunsch der 18 Mitglieder war es, mehr über Multi-Resistente-Erreger zu erfahren. Der Presse hatte die Gruppe entnommen, dass das Stift als erste Einrichtung Lippes mit dem MRE-Siegel ausgezeichnet wurde. Aus diesem Grund nahm die Vorsitzende Ute Gronemeyer, Kontakt zur Pflegeeinrichtung auf. Das Treffen fand im August statt. Achtzehn interessierte Teilnehmerinnen kamen zum Stift, um den Vortrag von Rita Kühn (Pflegedienstleitung) zu hören. Zunächst schilderte sie, dass Bakterien zum Leben dazu gehören und auch MRE durchaus auf der Haut von gesunden Menschen zu finden sind - ohne dass sie den Gesundheitszustand angreifen. Erst wenn besondere gesundheitliche Risiken bestehen, wie etwa beim Vorkommen einer großen Wunde, kann es zur Infektion kommen. Aus diesem Grund werden im Klinikbereich weitaus mehr hygienische Maßnahmen durchgeführt, als an anderen Orten. Rita Kühn erklärte, wie es überhaupt zur Entstehung von Multi- Resistenten- Erregern kommen konnte: "Antibiotika sind Segen und Fluch zu gleich. Dank ihrer Entwicklung können viele Infektionskrankheiten binnen kürzester Zeit geheilt werden. Leider hat der übermäßige Einsatz von Antibiotika, auch in der Landwirtschaft, dazu geführt, dass einige Erreger nicht mehr auf ein oder auf mehrere Antibiotika reagieren (sie sind resistent). Ein noch wirksames Antibiotikum ist dann viel schwieriger zu finden. Die bekanntesten Erreger sind MRSA und ORSA." Ferner berichtete Rita Kühn aus pflegerischer Sicht darüber, wie Multi-Resistente Erreger nachgewiesen werden und welche hygienischen Maßnahmen notwendig sind, damit das Risiko der Übertragung, insbesondere im Pflegeheim, verringert werden kann. Hier richten sich Pflegeheime nach den Hygienerichtlinien des Robert-Koch-Instituts, die in diesem Vortrag auch geschildert wurden. Das Pflegeheim ist das Zuhause des Bewohners. Aus diesem Grund geben hier die Richtlinien in der Regel andere, für den Bewohner weniger belastende Maßnahmen, als im Klinikbereich an. Pflegeeinrichtung und das Gesundheitsamt arbeiten hier eng zusammen. Während des Vortrages fand ein reger Austausch zwischen Referentin und Zuhörerinnen statt. Viele Fragen wurden beantwortet und Ängste gegenüber Multi-Resistenten Erregern konnten abgebaut werden. Ute Gronemeyer bedankte sich im Anschluss stellvertretend für die Gruppe bei Pflegedienstleitung Rita Kühn für den informativen Vormittag.
