Detmold. Die Planungen laufen bereits seit Wochen innerhalb der Stadtverwaltung, drei Arbeitsgruppen sind eingerichtet; die steigenden Flüchtlingszahlen erhöhen jetzt den Zeitdruck: Am Donnerstag erreichte Bürgermeister Rainer Heller kurzfristig die Nachricht, dass ab sofort wieder Flüchtlinge nach Detmold zugewiesen werden.
Eigentlich hatte die Stadt erst ab Anfang 2016 mit einer erneuten Zuweisung von Flüchtlingen, die in eigener Zuständigkeit in Detmold untergebracht und betreut werden müssen, gerechnet. Durch die Einrichtung der Zentralen Unterbringungseinrichtung des Landes Nordrhein-Westfalen an der Adenauerstraße war Detmold von regulären Zuweisungen nach dem Flüchtlingsaufnahmegesetz NRW befreit gewesen. "Unsere Vorbereitungen zur Unterbringung und Betreuung neuer Flüchtlinge waren auf Anfang 2016 ausgerichtet, das Auslaufen der Freistellung zum jetzigen Zeitpunkt beschleunigt nun das weitere Vorgehen", so Bürgermeister Rainer Heller in einem Pressegespräch. Bis Ende Oktober können die ersten rund 80 Flüchtlinge noch in städtischen Unterkünften untergebracht werden. Für die Verhandlungen mit Eigentümern von vier weiteren Mietobjekten in den Stadtteilen Detmold-Nord (Wittekindstraße 41), Remmighausen (In den Ellern und Ellernstraße), Spork-Eichholz (Grünental 6a) und Hiddesen (Untere Schanze 25) hat der Rat in seiner Sitzung am Donnerstagabend grünes Licht gegeben. "Dabei verfolgen wir nach wie vor das Ziel, Flüchtlinge dezentral in den Ortsteilen unterzubringen und eine Anmietung von Wohnraum im Ortsteil Herberhausen und auf dem Gebiet der ehemaligen Britensiedlungen – wenn möglich – zu vermeiden. Auch die Möglichkeit von Ankäufen oder die Nutzung städtischer Immobilien wird geprüft", erläutert die zuständige Fachbereichsleiterin für Jugend, Soziales, Schule und Sport, Ilona Oesterhaus, das Vorgehen der Verwaltung. Die vier Ortsbürgermeister werden gemeinsam mit der Stadtverwaltung kurzfristig vor Ort informieren und beim Aufbau von haupt- und ehrenamtlicher Hilfe unterstützt. Um eine gelingende Integration sicher zu stellen, wird die Stadt eine Koordinationsstelle für ehrenamtliche Hilfe einrichten und die Sozialarbeit verstärken. "Die Hilfsbereitschaft ist groß, viele Detmolderinnen und Detmolder möchten mithelfen und etwas tun", freut sich Bürgermeister Heller über die Detmolder Willkommenskultur. Alle, die sich ehrenamtlich engagieren möchten, können sich beim KuK-Büro der Stadt unter der Rufnummer (05231) 977-100 melden. Bei der erwarteten Zuweisung von rund 120 Flüchtlingen pro Monat werde aber vor allem weiterer Wohnraum dringend benötigt. "Wir bitten die Detmolder Immobilienbesitzer uns geeignete Mietobjekte zu melden", appellieren die Verantwortlichen. Wer eine Immobilie oder Wohnung anbieten kann, meldet sich unter der städtischen Rufnummer (05231) 977-410.