1. Reker outet sich als Bayern-Fan

    Oktoberfest-Frühschoppen des Blasorchesters Lügde

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    Lügde (afk). Ein Versuch solle es sein, der erste Oktoberfest-Frühschoppen, den das Blasorchester Lügde im Schützenhaus am Sonntagmorgen organisiert hatte. Die Resonanz auf diese Einladung aber dürfte die Verantwortlichen sehr schnell zu der Erkenntnis geführt haben, dass selbst ein so ungewöhnlicher Termin für ein solches Fest durchaus seinen Reiz zu haben scheint.

    Die Lügder erschienen mal wieder in ihren folkloristischen Kleidern, wie sie in dieser Region eher unüblich, in den Gegenden südlich des Weißwurst-Äquators aber durchaus häufiger anzutreffen sind. Die Herren im kleinkartiert roten oder blauen Hemd, oder mit Alpenveilchenverzierungen, mit der Lederhose von kurz bis lang, der ein oder andere gar mit Weste oder Janker, die Damen im hochgeschnürten Dirndl – irgendwie wollten manche auf diese Weise ein Stück Bayern ins westfälische Lippe transferieren. "Ich feiere gern Oktoberfest hier in Lügde", bekannte Bürgermeister Heinz Reker, der sich, obwohl eingefleischter Schalke 04-Fan, auch kleidungsmäßig dem Anlass entsprechend im Bayernlook zeigte. Das Blasorchester Lügde selbst ging auch mit gutem Beispiel voran: Mancher Musiker oder manche Musikerin ließ sich nicht lang bitten und sorgte derart folkloristisch ausstaffiert an seinem bzw. ihrem Instrument für den kleinen Unterschied – wenn auch nur optisch, denn akustisch kam der Sound wieder mal aus einem Guss. "Nein, groß vorbereiten mussten wir uns auf diese Veranstaltung nicht", erzählte der musikalische Leiter Jörn Diekmann. "Wir haben unser Repertoire durchstöbert und fanden so viele passende Titel, die auch für einen so langen Auftritt locker reichen." Aus diesem Repertoire bedienten sich die Blasmusiker dann auch reichlich und nahmen es nicht ganz so genau mit der Auswahl der Schlager: Nicht alles kam aus der weiß-blauen oder der alpenländischen Hitparade, mancher Gassenhauer aus den rheinischen Karneval oder aus der Seefahrt mogelte sich dazwischen. Das war egal, Hauptsache, die Besucher hatten was zum Schunkeln oder Singen dabei. Die Gäste ließen sich dann auch nur zu gerne animieren. Das Oktoberfestbier lief in Strömen aus den Zapfhähnen, die von den Mitgliedern der Kolpingsfamilie bedient wurden. "Was soll ich in München. Das kostet das gleiche Bier so viel mehr als hier und hier es ist genauso gemütlich", sagte einer, der zur kleinen Mahlzeit zwischendurch mal eben ein paar Weißwürste mit Messer und Gabel und dem obligatorischen süßen Senf zu Leibe rückte. Nun ja, in Lügde konnte er das vielleicht unkommentiert tun, auf der Wiesn in München wäre er damit automatisch als "Touri aus Preißn" aufgefallen. Der gemeine Bayer isst seine Weißwurst halt aus der Hand ohne Besteck und verdreht bei der süßen Tunke nicht die Augen, weil sie so gewöhnungsbedürftig für seinen Gaumen ist. Es war ein stimmungsvoller Frühschoppen mit dem Oktoberfest-Charme. Alle dürften bei dieser Veranstaltung auf ihre Kosten gekommen sein – auf eine Wiederholung darf man sich schon jetzt freuen!

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