Detmold (mz). Nach nur einem Jahr Bauzeit eröffneten am Freitag die Ministerinnen Svenja Schulze und Ute Schäfer das neue musikwissenschaftliche "FORUM". Auf dem Gelände zwischen Hornscher Straße und Willi-Hofmann-Straße steht das neue Gebäude, das die Lippische Landesbibliothek (LLB), die Bibliothek der Hochschule für Musik (HfM) und das Musikwissenschaftliche Seminar Detmold/Paderborn gemeinsam nutzen. Sie präsentieren gemeinsam ihre Bestände einem breiten Publikum aus Bürger der Region, historisch Interessierten sowie den Studierenden und Forschenden der Musikwissenschaft. Durch diese Kooperation sei eine einzigartige Auswahl an Musikalien und Musikliteratur entstanden. "Sie werden eine Strahlkraft weit über Detmold und OWL hinaus entwickeln", so Wissenschaftsministerin Svenja Schulze in ihrer Eröffnungsrede. Seit der ersten Idee vor acht Jahren hatten sich alle Kooperationspartner mit großem Einsatz für dieses Projekt stark gemacht. "Auf diesen Tag haben alle hingearbeitet," betonte Hochschuldirektor Prof. Dr. Thomas Grosse in seiner Begrüßungsrede. "Das FORUM macht Detmold zu einem Kultur- und Wissenschaftsstandort", sagte Prof. Dr. Birgit Riegraf, Vizepräsidentin der Universität Paderborn. Anke Peithmann, Vorsteherin des Landesverbands Lippe, machte deutlich, dass Studierende und Wissenschaftler künftig auch von der wertvollen Musiksammlungen der LLB profitieren würden.
Die Architektursprache des Gebäudes hat eine unverwechselbare neue Adresse in Detmold geschaffen. Dabei fügt sich der Neubau mit musealem Charakter respektvoll durch ein Verbindungselement an das klassizistische Palais an. Der Verbindungsbau bietet beiden Bibliotheken eine gemeinsame Ausleihe, die künftig von 9 bis 21 Uhr geöffnet ist. Die Gäste der LLB haben somit einen uneingeschränkten Zugang zum Bibliotheksbestand der Hochschule. Ebenfalls neu ist, dass Noten und CDs nicht mehr bestellt werden müssen, sondern frei zugänglich sind. Die Gäste des FORUMs haben Zugang zu 170.000 Noten, Büchern, Zeitschriften und Tonträgern. Es erwartet sie eine ansprechende und klare Atmosphäre mit anregenden Aus- und Einblicken. In speziell eingerichteten Räumen können Tonträger abgespielt werden. Acht, nach akustischen Kriterien optimal konzipierte, Übungsräume stehen Studenten zur Verfügung. Insgesamt soll der bunten Landschaft Studierender ein attraktives und individuelles Angebot gemacht werden können. "Studieren gestaltet sich heute online und onside", erläuterte Kulturministerin Ute Schäfer. Schulze ergänzte in der von Grosse locker moderierten Talkrunde, dass im letzten Jahr in NRW 28 Millionen Gäste in den Bibliotheken des Landes gezählt worden seien. Sie verdeutlichte damit noch einmal die sinnvolle Investition im Wissens- und Informationszeitalter. Auf 1.840 Quadratmeter flexibler Nutzfläche auf drei Ebenen werden außerdem künftig Räume und Formate für die Vermittlung und den Austausch von Wissen und deren Erkenntnisse geschaffen. In Zusammenarbeit mit dem benachbarten Netzwerk für Qualitätsmanagement und Lehrentwicklung von zwölf Musikhochschulen sind in diesem Zusammenhang gemeinsame wissenschaftliche Projekte und Veranstaltungen geplant. Die Gesamtkosten von 8,6 Millionen Euro wurden überwiegend aus Landesmitteln und aus Eigenmitteln der HfM und einem Zuschuss der Universität Paderborn getragen. Der Landesverband Lippe beteiligte sich als Eigentümer der LLB mit einer halben Million Euro an den Kosten für den Verbindungsbau. Sowohl Budget als auch Zeitplan wurden eingehalten. Ein Umstand, der auch dem Bauherren, dem Bau- und Liegenschaftsbetriebes (BLB) NRW, zu verdanken ist. Geschäftsführer Dr. Martin Chaumet kommentierte: "Der Bibliotheksneubau ist ein erstklassiger Bau mit einer hervorragenden Architektur, den meine Mitarbeiter der Niederlassung Bielefeld in Eigenplanung entworfen haben."
