1. Viele Sprachen und viele Kulturen

    Aktionstag der lutherischen Kirche zum Thema "Verwoben in einer Welt"

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    Bad Salzuflen (dib). "Ich freue mich riesig, dass der Platz am Schliepsteiner Tor mit weit über 150 Menschen gefüllt ist. Ich freue mich riesig, dass ganz viele Sprachen, ganz viele Hautfarben und ganz viele Kulturen hier vertreten sind. Und ich freue mich, dass so viele Geflüchtete den Weg zu uns gefunden haben. Wir wollen nicht über Flüchtlinge reden, sondern mit ihnen und diesen Tag gemeinsam gestalten." Mit diesen Worten zog Pfarrer Uwe Wiemann von der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde am Sonntag bereits eine knappe Stunde nach dem Beginn des Aktionstages "Verwoben in einer Welt" eine überaus positive Bilanz. Über 60 freiwillige Mitarbeiter aus der Kirchengemeinde, viele Migranten sowie Kanawati Kamo und Laura Ramm vom Migranten- und Flüchtlingsbüro der Kirchengemeinden Bad Salzuflens haben diesen Tag vorbereitet und unter anderem extra dafür ein Straßencafé aufgebaut. So konnten Menschen, die schon sehr lange in der Kurstadt eine neue Heimat gefunden haben, erst vor kurzem hier angekommene Flüchtlinge und deutsche Bürger bei Kaffee, Tee und Gebäck aus der Heimat der Geflüchteten gemeinsam über Dinge des Alltags oder persönliche Probleme reden, soweit die Sprachverständigung dies zugelassen hatte. "Das alles ist ein großes Geschenk, von dem wir im Alltag leben", so Pfarrer Wiemann weiter. "Bei einem Themengottesdienst am Vormittag in der Erlöserkirche haben wir gezeigt, dass bereits vor rund 2.000 Jahren Maria und Josef auf der Flucht waren und in Ägypten Asyl gefunden haben. Diese Probleme gab es also schon damals. Tief in unserem christlichen Glauben ist daher die Aufforderung verwurzelt, dass der Geflüchtete einen Platz in unserer Mitte finden soll. Deshalb machen wir hier nichts für Flüchtlinge, sondern gemeinsam mit ihnen." Große Beachtung fand die Ausstellung "Kisten des Könnens", weil sie einzelne Menschen vorgestellt und zur Begegnung mit ihnen eingeladen hat, um zu demonstrieren, welche Fähigkeiten und welches Können Geflüchtete in unsere Gesellschaft einbringen können. Das Herzstück des Aktionstages, ein großer Webrahmen, lud alle Besucher ein, sich mit einem bunten Wollfaden "selbst" mit einzuweben, damit das Motto "Verwoben in einer Welt" zum Ausdruck kommt und zeigt, dass in unserer globalisierten Welt das Schicksal aller Menschen miteinander verbunden ist. Auch der Leiter des Migranten- und Flüchtlingsbüros Kanawati Kamo war von der großen Resonanz aus der Bevölkerung beeindruckt. "Ich bin sehr zufrieden und freue mich, dass wir den Flüchtlingen zeigen können, willkommen zu sein. Und ich bin zufrieden, weil sehr viele Deutsche gekommen sind und fragen, was kann ich für die Flüchtlinge tun, wie kann ich mich dabei im Ehrenamt engagieren", erklärte er und brachte die Veranstaltung mit einem Satz auf den Punkt: "Diese Aktion hat etwas bewirkt." Im Musikzelt haben zwei Musiker mit türkischen, arabischen und kurdischen Klängen zum Verweilen eingeladen. Aber auch deutsche Musiker haben zum Gelingen dieses Aktionstages beigetragen. Jugendliche und Pädagogen der Gesamtschule Aspe haben kleinere Kinder zur Teilnahme an Kreativangeboten eingeladen, wobei das Kinderschminken der Höhepunkt war, und so das farbenfrohe Miteinander unseres Zusammenlebens zum Ausdruck gebracht.

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