1. Kreuz trägt keine Nationalfarben

    80. Jahrestag der Errichtung des Osterbergkreuzes

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    Lügde (afk). "Wir sind überrascht gewesen, wie viele Lügder und auch Pyrmonter zu uns auf den Osterberg gekommen sind, um an dieser Feierstunde teilzunehmen", freute sich der Pressesprecher des Dechenvereins Lügde, Dieter Stumpe. Anlass war der 80. Jahrestag der Errichtung des Osterbergkreuzes. Ein Ereignis, das zu schwierigen politischen Zeiten stattfand und für einigen Wirbel gesorgt hatte. Selbst von den Androhungen von Repressalien durch die Nazis hatten sich einige Lügder nicht davon abhalten lassen, das christliche Symbol entgegen der herrschenden Doktrin klammheimlich zu bauen und in einer Nacht- und Nebelaktion auch weithin sichtbar im Juli 1935 auf dem Kamm des Osterberges oberhalb von Lügde aufzustellen. Alle Versuche der Nationalsozialisten dagegen anzugehen scheiterten. Diesem Mut der Lügder von einst war diese Gedenkstunde im Rahmen eines ökumenischen Gottesdienstes gewidmet. "Die Dechen von vor 80 Jahren haben das ihrige getan. Lasst uns nun heute das unsrige tun"– Pastor Holger Nolte-Guenther von der evangelischen St. Johannis-Kirchengemeinde brachte es auf den Punkt, und war sich mit seinem Amtskollegen Marc Stücker von der katholischen St. Marienkirchengemeinde einig: Den jetzt wieder verstärkt auftretenden Tendenzen nationalsozialistischen Gedankengutes muss offen die Stirn geboten werden – so wie das die Dechen vor 80 Jahren in Lügde auch getan haben. Weder die Hautfarbe noch die Herkunft entscheiden über die Qualität eines Menschen. In erster Linie seien alle Menschen. "Das Kreuz hat keine Nationalfarben", betonte Nolte-Guenther und Pastor Stücker fügte hinzu: "Es war und ist auch ein Zeichen des Widerstands gegen die Mächtigen und ein Symbol für die Solidarität mit den Unterdrückten." Oberdeche Uwe Stumpe sieht in der Aktion von vor acht Jahrzehnten eine Verpflichtung für die Dechen der Gegenwart und Zukunft, als er meinte: "Das Vermächtnis unserer Dechenbrüder ist für uns immer noch wirksam. Die Verpflichtung, die sie uns damit gegeben haben, ist niemals eingelöst." Lügdes Bürgermeister Heinz Reker unterstrich das in seinem Grußwort, als er dasselbe auch persönliche Maxime seines Handels in seiner Amtsführung herausstellte. Mit jeweils drei Böllerschüssen, so wie man sie sonst nur am Ostersonntag so hören bekommt, wurden der Beginn und das Ende der Feierstunde auf dem Osterberg verkündet. Trotz des sich ankündigenden Regenschauers hatte der Dechenvorstand beschlossen, diese Gedenkveranstaltung nicht in der St. Marien-Kirche sondern doch an Ort und Stelle am Fuß des zuletzt 1998 restaurierten Osterbergkreuzes durchzuführen. Da kamen dann neben Schirmen auch die roten Regencapes mit dem Aufdruck "Wir lassen Sie nicht im Regen stehen" bei den Gästen zum Einsatz. Aber auch die Sonne ließ sich blicken, und so erhob sich dann fast schon symbolisch auch noch während der Feier ein Regenbogen über der Osterräderstadt.

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