1. Der Traum vom Trainingszentrum

    Im Schulun gsgebäude sollen junge Menschen in Kenia neue Chancen erhalten

    Dieser Eintrag wird bereitgestellt durch Schaumburger Wochenblatt | Impressum

    Oerlinghausen-Helpup (kd). Noch ist es nur ein Traum. Es existieren noch kein Gebäude, keine Schulungsräume, keine technische Ausstattung. Aber der Verein "Chancen für Kenias Jugend" ist sicher, dass in Nairobi eines Tages ein Computer-Ausbildungszentrum für junge Menschen eröffnet werden kann. Pastor Martin Kinyanjui Guchu von der Gospel News Christian Church berichtete jetzt vor Mitgliedern der evangelisch-reformierten Kirchengemeinde in Helpup. James M. (25) lebt am Stadtrand von Nairobi, wo die Slums beginnen. Er würde gern im Bereich Grafik und Design arbeiten, doch ihm fehlt das Wissen und die Erfahrung im Umgang mit Computern. Auch die jungen Frauen Lydia und Faith sehen für sich keine beruflichen Perspektiven. Pastor Guchu stellte diese individuellen Beispiele vor, weil sie so typisch sind für Kenia. Zwar ist das Land politisch stabil, hat jedoch wenig Industrie. Landwirtschaft ist nur eingeschränkt möglich, da die Hälfte des Bodens so ausgetrocknet ist, dass er nicht bearbeitet werden kann. Die Hoffnung wird nun auf die Informationstechnologie gesetzt. Der Internetausbau hat gerade erst begonnen. Seit Kenia 2009 mit Glasfaserkabeln versorgt wurde, bieten sich Chancen für neue Jobs. Doch wie für das gesamte Bildungssystem gilt auch hier: Nur wer genügend Geld bezahlen kann, erhält eine Ausbildung. "Die meisten Schüler hören schon im Alter von 13 oder 14 Jahren auf, viele haben gar keine Schulbildung", sagte Pastor Guchu. "Die Bücher, sämtliche Materialien, die Schuluniformen und teilweise selbst die Stühle müssen bezahlt werden." Im Jahr 2011 hielt sich zu einer Predigt in Helpup auf. Hier entstand daher die Idee, auf dem Gelände der Kirchengemeinde in Nairobi ein "Life Line Computer Trainings Centre" zu entwickeln. Hier könnten junge Menschen auf ihren Einsatz in der IT-Branche vorbereitet werden. Ein Unterstützerkreis, der sich innerhalb der evangelisch-reformierten Kirchengemeinde Helpup gebildet hatte, trug 10.000 Euro zusammen. Mit den Spenden wurden die ersten Bauarbeiten vorgenommen. Mit Schaufeln und Spitzhacken machten sich Freiwillige und bezahlte Kräfte ans Werk und hoben ein Fundament aus. Die Bodenplatte ist bereits gegossen. Ein Architekt hat den Plan für ein festes Gebäude mit zwei Klassenräumen, Büro und Toiletten erstellt. Damit werden die staatlichen Vorgaben für Schulungsräume erfüllt. Um allerdings weiterbauen zu können, sind jetzt weitere Spenden in Höhe von rund 30.000 Euro erforderlich. "Kenia ist ein Land mit einer sehr jungen Bevölkerung", sagte Pastor Guchu. "Unsere jungen Leute warten auf eine Chance." In dem Trainingszentrum sollen 25 bis 30 von ihnen geschult werden. Der Unterstützerkreis "Chancen für Kenias Jugend" ist von dem Projekt überzeugt, wie Doris Diekmann und Horst Morgner erklärten. Indem die Ausbildung vor Ort durch Einheimische stattfindet, werde es keine Abhängigkeit von europäischem Personal geben. Außerdem könnten die Anforderungen des Marktes besser erfüllt werden, so dass sich die Chancen auf einen Arbeitsplatz erhöhen. "Wir sind sicher, die richtigen Partner zu haben", sagte Horst Morgner. "Frau Josefine Guchu beweist als Leiterin einer Schule mit 180 Kindern, dass sie ihnen erfolgreich eine Perspektive geben kann und verhindert damit, dass sie zu Straßenkindern werden."

  2. Kommentare

    Bitte melden Sie sich an