Oerlinghausen (kd). Wie ein moderner Posaunenchor klingt, konnte die Zuhörer bei einem Konzert in der evangelisch-reformierten Kirche in Helpup erleben. Die 31 Bläserinnen und Bläser des CVJM und die Lobpreisband der Kirchengemeinde gestalteten einen zeitgemäßen musikalischen Abend. Auch der Nachwuchs präsentierte sich mit einem eigenen Auftritt. "Na ja, ein bisschen aufgeregt bin ich schon, schließlich ist es ja mein erstes Konzert", meinte Marieke Laube zu Beginn. Erst vor sechs Monaten hat sie damit begonnen, auf dem Flügelhorn zu spielen. Die Achtjährige ist allerdings familiär ein wenig geprägt. "Meine Eltern und mein Bruder sind auch im Posaunenchor", berichtete sie. Dennoch probierte sie zunächst noch Blockflöte und Geige. "Drei Instrumente waren aber doch zuviel", meinte sei. Die Entscheidung für das Blasinstrument wurde nicht zuletzt durch ihre Freundin Maren Prüssner (11) beeinflusst, die das Tenorhorn bläst. Marieke ist das jüngste Mitglied des CVJM-Posaunenchores. Gemeinsam mit ihrer Freundin Maren und vier weiteren Jungbläsern nahm sie Anfang September an einem großen Treffen mit 150 Jugendlichen in Rietberg teil. Für sie hatte der Komponist Reinhard Gramm eigens ein Stück mit dem Titel "Wahre Brüder" geschrieben. Die Helpuper Jugendlichen fanden es so beeindruckend, dass sie die Erlaubnis einholten, es auch bei ihrem eigenes Konzert vortragen zu dürfen. Sie machten ihre Sache gut und ernteten einen verdienten, großen Applaus. Im vergangenen Jahr hatte der Posaunenchor erstmals ein Konzert ausgerichtet. "Der Erfolg war so groß, dass wir uns gedacht haben, wie machen es einfach noch mal", sagte die Leiterin Christa Prüssner. Allerdings hatte Chorleiter Rüdiger Meyer neue Choräle und Lieder aus jüngster Zeit einstudiert, die jetzt unter dem Motto "Zeichen deiner Größe" vorgestellt wurden. Die CVJM-Mitglieder zeigten sich bei ihrem aktuellen Konzert so völlig anders als man sich landläufig einen Posaunenchor vorstellt. So waren durchweg heitere, lebensfrohe Klänge zu hören, die frisch und mit großer Spielfreude vorgetragen wurden. Es begann mit einer fröhlichen, festlichen Hymne ("Festive Trumpet Tune"), gefolgt von einem Stück ("Vertraut den neuen Wegen"), das Anleihen beim Jazz machte. "The lame man" erinnerte gar an einen Popsong. Das traditionelle Gemeindelied "Jesus Christus herrscht als König" intonierte der Posaunenchor im Stil einer Bigband. Vorsorglich warnte Chorleiter Rüdiger Meyer die Zuhörer: "Lassen Sie sich nicht erschrecken, es klingt schon ein bisschen anders." Die Anwesenden ließen sich gern darauf ein und sangen begeistert mit. Auch mit dem Popularmusikstück ("Down by the Riverside") und dem Gospel ("Amen") konnten die Bläserinnen und Bläser ihr Publikum rasch überzeugen. Die sieben Mitglieder der Lobpreisband haben sich modernen, jugendgemäßen Liedern verschrieben, die mit elektrischer Gitarre, Piano und Schlagzeug begleitet werden. Stücke wie "Something beautiful" klingen wie Folksongs oder Balladen und könnten auch in der Hitparade zu hören sein. Sie unterscheiden sich jedoch von den Herz-Schmerz-Themen grundlegend, da sie sich an Bibelversen orientieren und nicht nur um die Oberfläche kreisen. "Nicht alles, was geglänzt hat, war Gold – ich gebe für Wahrheit mein letztes Hemd", heißt es zum Beispiel in dem Stück "Ströme des lebendigen Wassers". Ann-Kristin Schneider, Svea Welzel und Lukas Rottschäfer bilden ein stimmstarkes Trio, während Lina Diekmann, Tobias Reineke, Daniel Glienke und Uwe Stührenberg den instrumentellen Part übernehmen. Gemeinsam mit dem Posaunenchor und den Lesungen von Pfarrer Friedhelm Nachtigal gestalteten sie ein Konzert, das allen Altersgruppen ansprach.
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Zeitgemäße Klänge in der Kirche
CVJM-Posaunenchor stellte neue Lieder vor
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