1. Teufel ohne Alibi

    Joachim H. Peters zweiter Kleekamp-Fall

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    Detmold (ame). "Wenn ein anderer Autor mir dieses Manuskript vorgelegt hätte, hätte ich es nicht ohne weiteres durchgewunken. Dafür ist die Thematik zu gewichtig - da muss jemand schon sehr genau wissen, wovon er schreibt und bei Joachim H. Peters ist das gesichert", sagte Verlagsleiter Jochen Ehrhardt bei der Buchvorstellung des zweiten Krimis der Paderborner Reihe im Verlagshaus Topp und Möller. Für Ehrhardt ist der Regionalkrimi noch lange nicht tot, sondern nehme stattdessen an Beliebtheit zu. Joachim H. Peters erläuterte, mittlerweile liege der Focus aber auf einer anderen Wahrnehmung. Auch Autorenkollegen versuchten beim Schreiben nicht mehr, unbedingt die Stadt darzustellen. Die Geschichten könnten überall spielen, aber sie seien eben "zufällig" regional - der Reiz läge mehr und mehr in der Erkenntnis, dass das Böse überall lauert.

    In "Teufel ohne Alibi" geht es um religiösen Wahn. Peters erwähnt dabei auch Namen von Organisationen aus dem aktuellen Tagesgeschehen. Auf die Frage, ob er gezögert habe, ein so heißes Eisen anzupacken antwortet Peters:"Für Angst habe ich keine Zeit." Seine Motivation:"Die Leute sollen darüber nachdenken, was ihnen da so verkauft wird unter dem Kreuz oder der schwarzen Fahne." Nicht ganz regelkonform - und eben dadurch herrlich sympathisch - sei die Figur des Oberkommissars Kleekamp das, was der Autor, der hauptberuflich ebenfalls bei der Polizei arbeitet, in 40 Jahren an allen schlechten Polizisten kennengelernt habe. Der neue Fall: Nach seinem schweren Herzinfakt wieder im Dienst, ermittelt der Oberkommissar gemeinsam mit seiner jungen Kollegin Natalie Börns in einem äußerst undurchsichtigen Fall. Eine Babyleiche, das Verschwinden mehrerer junger Mädchen und der Tod eines türkischen Mannes stiften Verwirrung und verleiten sie zu eigenmächtigen und gefährlichen Ermittlungen. Nur Schritt für Schritt erkennen die beiden die grausamen Zusammenhänge. Peters baut eine enorme Nähe auf, der Leser wird gefühlt selbst zu den beschriebenen Figuren und kann sich mühelos in ihr Seelenleben einfühlen. Das ist ziemlich genial gemacht. Ein Lesevergnügen ohne Widerstände - man liest nicht, man "inhaliert" und legt das Buch bis zum überraschenden Schluss nicht mehr aus der Hand.

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