LOCCUM (jan). 15 Mal haben Christel und Jürgen Rust auf ihren Hof in Loccum zum Kürbismarkt eingeladen. Dieses Mal ist das letzte Mal gewesen.
100 Plätze seien es wohl, sagt Jürgen Rust, die sie im Garten und im Haus vorbereitet hätten. Unter und neben den alten Kastanien auf dem Hof stehen Tische und Bänke. Ein ums andere Mal lässt sich dort eine neue Gruppe nieder, mit üppigen Torten auf den Tellern vor sich und im Gespräch mit Nachbarn, Freunden und Bekannten. Man trifft sich bei Rust an diesem Wochenende. Das ist zur beginnenden Herbstzeit seit 15 Jahren so gewesen, das gehört für viele einfach zum Jahresablauf dazu. Doch damit soll es nun vorbei sein. Das große Kürbisfeld neben dem Haus wollen Christel und Jürgen Rust nicht noch einmal bestücken, wollen nicht noch einen Kürbismarkt anbieten. Ein Hobby ist es die ganzen Jahre gewesen, nun soll es damit gut sein. Ein bisschen Wehmut schwingt schon mit, als Jürgen Rust mit etlichen Loccumern an einem Tisch sitzt und erzählt. Von den vielen Festen und den vielen Menschen, die immer zu ihnen gekommen sind. Andererseits, räumt er aber auch ein, habe er sich gefragt, was er allein in den vergangenen vier Wochen alles verpasst habe. Wo konnte er nicht hingehen, wo nicht dabei sein, nur weil die Kürbisse darauf warteten, geerntet zu werden, der Hof auf Hochglanz gebracht werden sollte, weil die vielen, vielen kleinen Dingen zur Vorbereitung des Festes zu tun waren. Für das kommende Jahr haben er und seine Frau schon einige Pläne, wie sie die Zeit, die sie dann zur Verfügung haben, schön verbringen können. Zum letzten dieser Feste sind noch einmal viele gekommen, um sich davon zu verabschieden – und natürlich auch, um Kürbisse mitzunehmen: solche, die zur Suppe taugen, solche, die gruselig zurecht geschnitzt vor den Türen landen, Zierkürbisse, Kalebassen und viele andere mehr. An einem Tag im beginnenden Herbst 2016 werden sie sich etwas anderes vornehmen müssen – Christel und Jürgen Rust sind dann anderweitig unterwegs.Foto: jan
