Kreis Lippe (pro). Premiere: Nach 16 Jahren im Amt muss sich Friedel Heuwinkel (CDU) seinem sozialdemokratischen Herausforderer Dr. Axel Lehmann (SPD) in einer Stichwahl stellen. Mit 49,58 Prozent verpasste Heuwinkel denkbar knapp die absolute Mehrheit. Kontrahent Lehmann kam auf 42,56 Prozent der Stimmen. Deutlich dahinter: Werner Loke von "Bündnis 90/Die Grünen" mit 7,86 Prozent. "Es gibt noch keinen Gewinner und keinen Verlierer – zum ersten Mal ist Herr Heuwinkel in eine Stichwahl gezwungen worden. Das ist erstmal ein Erfolg für uns", gab Dr. Lehmann nach Auszählungsschluss zu Protokoll. Damit ist ihm und seiner Partei gelungen, was in den vergangenen drei Landratswahlen seit 1999 noch keinem Gegenbewerber glückte. Heuwinkel hingegen wies auf die geringe Menge an Stimmen hin, die zum Wahlsieg gefehlt hätten: "Mit einem halben Prozent mehr hätte ich die fünfzig Prozent gehabt!" Neben aller Konkurrenz war man sich jedoch parteiübergreifend einig, dass 41 Prozent Gesamtwahlbeteiligung eine alarmierend niedrige Quote darstellten. Dabei gab es innerhalb des Kreises Schwankungen von 31,35 Prozent Wahlbeteiligung in Lügde bis zu 56,32 Prozent in Oerlinghausen, wo die Bürger aber parallel auch einen neuen Bürgermeister wählten. Noch in 2009 hatten über die Hälfte aller Wahlberechtigten in Lippe ihre Stimme abgegeben, zum Urnengang 2004 waren sogar fast 60 Prozent erschienen. Für die Kandidaten heißt es nun, die kommenden Tage vor der Stichwahl noch einmal intensiv zur Ansprache der Bürger zu nutzen. In jedem Fall sind die Wahlbenachrichtigungen vom ersten Wahlgang aufzubewahren, um auch am 27. September votieren zu können.
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Stichwahl entscheidet über neuen Landrat
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