Lügde (afk). Eigentlich stehen die Pavillons der Offenen Ganztagsschule Lügde hinter dem Gebäude der Grundschule St. Marien. Deshalb liegt sie aber keinesfalls in deren Schatten, sondern befindet sich seit nunmehr zehn Jahren als wertvolle Ergänzung auf einer Ebene in direkter Nachbarschaft, ohne Grenzen, ohne Zäune. Das ist fast schon symbolisch zu sehen und wurde dann auch bei der Feier aus Anlass des kleinen Jubiläums deutlich. Nicht nur Schulleiterin Anneli Runte sondern mehrere ihrer Kollegen brachten sich aktiv in dieses fröhlich-bunte Fest mit ein. Die Zusammenarbeit, die nach einigen Aussagen keineswegs überall üblich ist, klappe hervorragend sagte sie und fügte hinzu: "Ein Grenze zwischen Schule und OGS gibt es bei uns nicht." 2004 hatte es die ersten Überlegungen gegeben, auch in Lügde als Reaktion auf die gesellschaftlichen und sozialen Veränderungen eine Offene Ganztagsschule einzurichten. Viele konnten sich anfangs unter einer solchen Einrichtung nichts vorstellen, die weit über den Unterricht hinaus den Schulkindern verlässliche Betreuung und Verpflegung garantiert. Von 6.45 bis 16.45 Uhr sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dort präsent und kümmern sich sinnvoll um die rund 50 Jungen und Mädchen, die außerhalb der Schulzeit keine Betreuungsperson haben, weil z.B. eine alleinerziehende Mutter oder beide Elternteile arbeiten müssen. Die anfängliche Skepsis wich dann aber sehr schnell der Überzeugung, dass mit OGS eine auch in Lügde erforderliche, wertvolle Einrichtung geschaffen worden ist. Räumlichkeit bot sich eine Lösung mit der Übernahme der Pavillons an, die ursprünglich mal an der Grundschule Rischenau standen und wegen Platzmangels an der Grundschule St. Marien dann nach Lügde umgesetzt worden waren. Die für die OGS mit zwei Gruppen geforderte Schülerzahl von 50 wurde sehr schnell erreicht. Die Stadt Lügde gewann die Volkshochschule Lippe-Ost als Einrichtungsträger, der auch das Personal stellte. "So ganz schlecht haben wir bei dessen Auswahl damals wohl nicht gelegen, denn immerhin sind heute noch vier Mitarbeiterinnen dabei, die wir damals eingestellt haben", freute sich VHS-Leiter Johannes Reineke jetzt. Als sich die Volkshochschule zurückzog übernahm nahtlos die Johanniter Unfallhilfe als neuer Partner, der in Lügde auch die Altenpflegeeinrichtung Johanniter Stift und die U3-Kita "Storchennest" in Elbrinxen betreibt. "Wir haben diese Aufgabe mit der OGS gern übernommen", bekräftigte Jürgen von Olberg vom ehrenamtlichen Vorstand, der die soziale Verantwortung gegenüber den Menschen als Hauptaufgabe seiner Organisation betonte. Die Johanniter hatten die Zehn-Jahres-Feier genutzt, um der Öffentlichkeit mit diversen Einsatzfahrzeugen auf vier und zwei Rädern, aber auch mit der Hundestaffel und einem beeindruckenden (aufblasbaren) Rettungshubschrauber in Realausmaßen auf dem Schulhofgelände ihre Dienstleistungspalette im Dienste des Menschen zu präsentieren. Der stellvertretende Bürgermeister Joachim Krause freute sich über großartige Entwicklung der OGS, machte aber deutlich, dass aufgrund der aktuellen weltpolitischen Ereignisse wohlmöglich bald noch viel größere Herausforderungen bei der Kinderbetreuung sowohl in den Kitas als auch in den Schulen und damit auch in der OGS auf Lügde zukommen werden. Er bezeichnete die Einführung der OGS 2005 trotz anfänglichen Zögerns als weitsichtige Entscheidung des Rates. Die Leiterin der OGS Lügde, Melanie Köchling, hob ihrerseits die problemlose Nachbarschaft und Zusammenarbeit mit der Grundschule hervor und bedankte sich mit einer Blume bei allen ihren Kolleginnen und Kollegen und auch bei der Stadt für den reibungslosen Kontakt. Natürlich hatten neben den offiziellen Ansprachen vor allem die Hauptpersonen dieses Tages, die OGS-Kinder, auch ihren Einsatz. "Ein Hoch auf uns, auf unser Leben" sangen sie den Andreas Bourani-Song und tanzten und sangen die Pippi-Langstrumpf-Melodie "Ich mach‘ mir die Welt, so wie sie mir gefällt"– zwei Lieder, die bestens zum Anlass und die OGS passten. Auf einer Hüpfburg und bei zahlreichen Spielen hatten die Kinder dann reichlich Gelegenheit zusammen mit ihren Eltern den Tag höchst unterhaltsam zu verbringen. Den Vogel aber schossen die acht Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der OGS ab: An einem langen Tisch nebeneinander sitzend, sonnenbebrillt, zeigten sie zum "Cups Song" eine spektakuläre, synchrone rhythmische Abfolge aus Händeklatschen, Becheraufsetzen und Weitergeben an den Nachbarn. Eine bemerkenswerte Konzentrationsaufgabe, die die Damen und der Herr genauso bravourös und souverän erledigten wie sonst ihre Hauptaufgabe an der OGS!
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Hunde, Hubschrauber und Hüpfburg
Offene Ganztagsschule Lügde feierte zehnjähriges Bestehen
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