Kreis Lippe/Detmold (mz). In diesen Tagen erklingen fröhliche Kinderstimmen im Leistruper Wald. Grundschüler der vierten Klassen aus Lippe erkunden spielerisch den Lebensraum Wald. Über Stock und Stein, querfeldein führt sie ein Parcours mit 9 Stationen. Die Waldjugendspiele haben sich als erfolgreiche Umweltbildungsaktion für Grundschulklassen bewährt. Immer mehr Grundschulen planen diese Maßnahme in ihren Unterricht ein und bereiten das Thema Wald bereits in den Klassen vor. Manche Kinder bewegen sich selten frei im Wald, stellt die Pädagogin Dagmar Blomeyer der Grundschule Weinberg aus Blomberg fest. In diesem Jahr haben 35 Schulen 1.916 Kinder angemeldet. Dietmar Blum, Landesverband Lippe, Fachbereich Wald und Holz macht es organisatorisch möglich, dass die 80 Schulklassen die verschiedenen Stationen durchlaufen können. So erwarten auch in diesem Jahr Mitarbeiter und Vertreter des Regionalforstamtes OWL und der Forstabteilung des Landesverbandes Lippe, der Hochschule OWL Fachbereich Holztechnik sowie der Kreisjägerschaft und Waldbesitzer aus Lippe die Kinder. Susanne Hoffmann, stellvertretende Leiterin der Forstabteilung des Landesverbands Lippe und Franz Stockmann, Leiter des Regionalforstamtes OWL, stellten den Parcours in einem Rundgang vor. Lebhaft und spannend erzählt Andreas Roefs, verantwortlich für Umweltbildung des Regionalforstamtes OWL, den Kindern der Grundschule Wasserfuhr aus Bad Salzuflen den Lebensweg eines Baumes vom Wald bis zu einem Stuhl. Da wummert ein Schwarzspecht an einen Stamm. Die Kinder wummern kräftig mit und trommeln sich auf die Brust. In der Baumkrone ist es richtig laut, denn da rauscht der Wind durch die Blätter und der Regen prasselt darauf –"Hua", schreien die Kinder und recken ihre Hände in die Luft. Plötzlich raschelt eine Maus unten am Stamm – schnell die Hände ins Laub und Rascheln. Die Kinder sind mit viel Spaß dabei. An einer anderen Station erhaschen die Kinder aus einer abgedeckten Kiste kleine Marshmallow-Mäuse. Sie tragen sie in geschlossenen Händen vorsichtig zu einer Fütterstation. Mäuse, so erfahren sie hier, sind die Leibspeise des Fuchses. Dann dürfen sie die "Mäuse" selbst verspeisen. Und weiter geht es zu Rainer Scheffzik, Revierleiter Detmold des Landesbetriebes Wald und Holz. Er steht mit den Kindern in einem großen Kreis und sie bilden einen mächtigen Stamm nach. Anhand von Baumscheiben zeigt er, wie sie das Alter eines Baumes bestimmen. Das können sie auch gleich selbst an verschiedengroßen Baumscheiben ausprobieren. So führt der Parcours die Kinder durch einen Tag voller Entdeckungen und Erlebnissen. Ein Tag, der ihnen den Lebensraum Wald näher bringt und die Erfahrung, dass Erde nicht dreckig, sondern voller Leben ist.
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Den Lebensweg eines Baumes nachgespielt
Über 1.900 lippische Grundschüler machen mit bei den Waldjugendspielen
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