1. (Um)verteilen macht Spaß

    Aktion "Share-ity" des Lemgoer CVJM stark frequentiert

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    Lemgo (pro). Tauschen statt bezahlen: Einen Flohmarkt der anderen Art haben die jungen Engagierten des CVJM Lemgo auf die Beine gestellt. "Alles was hier aufgebaut ist, wurde von unseren Mitgliedern und sogar externen Spendern zu uns gebracht", freute sich Rieke Kämper vom Organisationsteam sichtlich. In den Räumlichkeiten Neue Straße 4 bot sich eine große Auswahl an Ober- und Unterbekleidung, Taschen und sogar Schmuck - vor allem für Mädchen im jugendlichen Alter. "An den letzten Nachmittagen sind die Mädels hier in Viertelstundentakt ein- und ausgegangen, um Kleider abzugeben", staunte Rieke Kämper immer noch über die Resonanz der Aktion, die zum ersten Mal stattfand. Über soziale Netzwerke, ortsvereinübergreifende Werbung und gedruckte Flyer hat das Planungskomitee etwa 60 aktive Teilnehmerinnen erreicht und etwa 1800 Teile gesammelt, arrangiert und sortiert. Das Prinzip ist ganz einfach: "Bei Abgabe haben wir durchgezählt und die Summe mit Name notiert. Am Eventtag darf man sich dann so viele Teile mitnehmen, wie man gespendet hat", erklärt Kämper. Dass so eine Veranstaltung vor allem junge Frauen anspricht, war schon im Vorfeld absehbar. Dementsprechend konzipierte man ein Rahmenprogramm mit Musik, Kaffee, Kuchen und dem Highlight - der "Candy-Bar", ein Süßigkeitenbuffet, das ebenfalls kostenlos oder gegen eine freiwillige Spende allen Besuchern offen stand. Ob ein Teil passte oder nicht, konnte an Ort und Stelle in der eigens gezimmerten Umkleide festgestellt werden. Alle Kleidungsstücke, die an diesem Tag keinen neuen Besitzer fanden, werden in einer gesonderten Aktion den Flüchtlingsmädchen in Lemgo zur Verfügung gestellt, mit denen der CVJM schon jetzt in Kontakt steht: "Mit Share-ity wollen wir nicht nur Austausch untereinander schaffen - am Ende geben wir auch etwas weiter", so die einleuchtende Erläuterung zum englischen Wortspiel zwischen to share - teilen und charity - Wohltätigkeit. Die jungen Flüchtlingsmädchen, die mit ihren Familien in der Anne-Frank-Schule untergebracht sind, könnten durch diese Art der Spende selbst Kleidung aussuchen, dürfen damit frei entscheiden, was sie tragen möchten - ein wichtiger Teil der Selbstbestimmung, der oft viel zu kurz kommt. Nachdem bereits am Vormittag etwa 300 Stücke die Räumlichkeiten mit neuer Trägerin verließen und auch gegen Mittag immer wieder kleine Gruppen zum Stöbern eintraten, formte sich Zuversicht, das Konzept fortan jährlich zu wiederholen: "Bei diesem Feedback kann man jetzt schon sagen das machen wir nächstes Jahr wieder!", gab Rieke Kämper einen Ausblick auf die Zukunft. Ihre sechsköpfige Arbeitsgruppe hatte die Idee seit dem Frühling stetig weiterentwickelt und nun, passend zum Herbstanfang, die Tauschaktion realisiert.

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