Horn-Bad Meinberg/Schmedissen (hö). Wenn jemand seine Ahnen und Geschichte erforscht, kann er viel über sich und seine Vorgängergenerationen erfahren. Und auch ein ganzes Dorf, das seine Vergangenheit ergründet, kann es sein "blaues Wunder" erleben. So ist es dem Dorf Schmedissen ergangen, das kürzlich sein 1.000-jähriges Bestehen feierte.
Als Sabine und Klaus Schwertner sowie die Dorfgemeinschaft im Mai auf Unterlagen über ihr Dorf stießen, packte sie die Forscherlust: nach und nach enthüllten sie immer mehr Details zu Schmedisser Geschichte. Mit dem Ahnenforscher und Historiker Dieter Hibbeln aus Detmold holten sie sich fachkundige Unterstützung ins Boot. Aber erst durch die Recherche des städtischen Beigeordneten Matthias Engel wurde die Überraschung amtlich. Engel machte die Urkunde ausfindig, die bestätigte: Schmedissen, vormals Smithessun, wird in diesem Jahr 1.000 Jahre alt. In der Urkunde wird der Adelige Liuthard erwähnt, der mit der Domkirche zu Paderborn einen Landtausch vollzog. Als Tausch wurde ihm Smithessun das Gut mit vier Pflügen, als landwirtschaftliche Überlassung auf Lebenszeit zurückgegeben. Heute wird Smithessun als "Bei den Häusern des Schmiedes" interpretiert. "Unsere Dorfjugend war hellauf begeistert und wollte gleich eine große Feier veranstalten", so Klaus Schwertner zur Idee der 1.000-Jahr-Fete. Doch wie soll ein Dorf mit rund 70 Einwohnern eine so große Aktion stemmen? Also holte man sich Unterstützung durch den Heimatverein Horn. Die Vorsitzende Anne Oelers-Albertin half bei der finanziellen Abwicklung des Festes und richtete sogleich ein Spendenkonto ein. Matthias Engel organisierte den Platz auf dem gemeindlichen Grundstück für den Gedenkstein, den Wolfgang Jüdith tief im Wald der Gemeinde geborgen hatte. Aber ohne den Zusammenhalt des ganzen Dorfes wäre so eine 1.000-Jahr-Feier nicht zustande gekommen: Da es keinen Dorfplatz gibt, stellte die Familie Dickewied-Welling das Grundstück, Familie Bentmann die Halle, Norbert Hennemann den Festpavillon und alle Schmedisser ihre finanziellen, organisatorischen und gestalterischen Mittel zur Verfügung, um ein schönes Unterhaltungsprogramm auf die Beine zu stellen: Nachdem Engel sich am Samstag in das Gästebuch zur 1.000-Jahr-Feier eingetragen hatte und die beiden Ehrengäste Willi Einhaus und Hubert Ebers vom Heimatverein Horn den Geburtstagskuchen angeschnitten hatten, starten die Dorfbewohner und ihre Gäste zur Kremserfahrt, entwarfen Dorfwappen, beguckten alte Fotos, ließen sich Gegrilltes schmecken und feierten gemeinsam bis tief in die Nacht.
