1. Historische Papierherstellung

    Papiermühle Plöger öffnet zum Tag des offenen Denkmals

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    Schieder (la/lig). Wenn am Sonntag, 13.September der Tag des offenen Denkmals begangen wird, öffnen in diesem Jahr in ganz Deutschland über 7500 Denkmäler ihre Türen für neugierige Besucher. So auch die Papiermühle in Schieder, wo seit 1703 die Familie Plöger in acht Generationen zuerst handgeschöpftes Büttenpapier aus Hadern (Lumpen) und später bis 1989 Aktendeckel aus Altpapier mit Hilfe einer Rundsiebmaschine hergestellt hat. Geöffnet ist das Technische Kulturdenkmal Papiermühle an diesem Tag von 10 bis 17 Uhr. Gruppenführungen sind an diesem Tag nur nach Anmeldung möglich.

    Wie auch heute noch im Museumsbetrieb zu sehen, wurden alle Geräte und Maschinen nur mit Hilfe der beiden Wasserräder betrieben. Im Trockengang werden die 22 Stationen der historischen Papierherstellung, früher auch die "Weiße Kunst" genannt, eindrücklich erklärt und zum Teil auch vorgeführt. Unter dem diesjährigen Motto "Handwerk, Technik, Industrie" erfahren die Kulturbegeisterten, wie das alte Handwerk des Papierschöpfens und die Herstellung von Wickelpapier für Aktendeckel über 300 Jahre die die Papierversorgung über die Region hinaus sicherstellte. Dass früher die Mühlen die Vorreiter für technische Innovationen wie die der Königswellenantriebe, Transmissionen, Papier- und Schneidemaschinen waren, kann man heute noch in der Papiermühle an den bestehenden historischen Maschinen sehr gut nach vollziehen. Als der Nürnberger Ratsherr Ulman Stromer am 24. Juni 1390 die Gleismühle als erste deutsche Hadernmühle in Betrieb nahm, konnte er nicht ahnen, welche gewaltige Entwicklung die Papiermacherkunst nehmen und wie Papier die Geschicke der Welt begleiten würde. Heute in 2015 und 625 Jahre später ist die deutsche Papierindustrie die Nr. 1 in Europa, die Nr. 4 weltweit und eine Gesellschaft ohne Papier nicht mehr denkbar. Begleitet wird das diesjährige Motto "Handwerk, Technik, Industrie", von zwei aus der Region bekannten Künstlerinnen, wie Marika Cleve-Bartol aus Horn-Bad Meinberg, die verschiedene und großformatige, haptische und zum Teil dreidimensionale Installationen aus Papier in den Räumen der Papiermühle ausstellt. Und Margret Klinke aus Leopoldshöhe, die nicht nur eine große Anzahl von kunstvollen Schachteln aus Papier mit bringt und ausstellt, sondern sie zeigt auch die Herstellung mittels der japanischen Falttechnik Origami. Weiterhin ist der Tag des offenen Denkmals für die Besucher eine Gelegenheit, einmal im Jahr Neues über die Erfolge, aber auch die Sorgen und Nöte im Ringen um die Erhaltung der Denkmäler zu hören.

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