1. Betagte Schlaginstrumente

    Pauken aus dem 17. Jahrhundert in St. Nicolai vorgestellt

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    Lemgo (pro). Nach mehreren Monaten ist es endlich geschafft: Zwei Pauken, die in einem Lagerraum des Stadtarchivs entdeckt worden waren, sind zurück in der Lemgoer Kirchengemeinde St. Nicolai. Über Frühling und Sommer hinweg befanden sich die Fundstücke in einer Fachwerkstatt in Bremen, aus der sie Kantor Friedemann Engelbert höchstpersönlich abholte.

    "Wir sind froh, dass die Arbeiten im zeitlichen Rahmen bis zum Einweihungskonzert abgeschlossen werden konnten", zeigte sich Engelbert zufrieden mit dem Ergebnis. Zwischen Februar und September reinigte der Experte in Bremen die Paukenkessel und spannte neues Schlagfell von der Ziege über die Kessel und durch den Spannring am oberen Rand. "Dieser Ring ist sehr eng anliegend, weshalb das Anbringen des Fells wirkliche Maßarbeit ist", erklärte Friedemann Engelbert Teile der Restaurierung. Eine weitere Herausforderung seien die so genannten Rosetten gewesen, jene Vorrichtungen an der Seite der Pauke, die zum Stimmen der Pauke nötig sind: "Diese Metallvorrichtungen konnten in der Aufarbeitung nicht vom Paukenkörper entfernt werden. Die Reinigung war also recht kompliziert." Da es sich um Handarbeit handele, mussten auch die zugehörigen Schrauben, jeweils Unikate, mühevoll gereinigt werden. Die Deckel der beiden Pauken sind hingegen komplett neu. Zur Geschichte der bejahrten Instrumente ist bekannt, dass sie vor sechs Jahren im Stadtarchiv auffielen - und durch Friedemann Engelbert im vergangenen Herbst endlich einmal genau in Augenschein genommen werden konnten. "Als wir die Pauken dort begutachtet haben, war nur ein kleiner Zettel mit dem Vermerk St. Nicolai - 18. Jahrhundert? angebracht. Der Fachmann in Bremen hat das dann schnell sogar ins 17. Jahrhundert zurückdatiert." Ob die Schlaginstrumente allerdings schon immer in Lemgo waren, oder möglicherweise im 1. Weltkrieg in die Stadt kamen, sei ungeklärt. Fest stehe, dass es sich um ein Unpaar handele - etwaige Gegenstücke habe man in der Gegend jedoch noch nicht auffinden können. Die Gemeinde St. Nicolai freut sich nun, die Pauken in zukünftigen Musikensembles integrieren zu können. Das Stimmen zum Einweihungskonzert richtet sich auf die Tonarten D- und A-Dur aus. "Diese Stimmtöne funktionieren am besten und sind im Bereich des Möglichen - die Pauke als typisches Bass-Pendant zur Trompete agiert oft in diesem Bereich. Viele Stücke von Bach sind an A-Dur ausgerichtet, insofern braucht man nicht mehr", erläuterte Friedemann Engelbert in einer kurzen Exkursion in den musikalischen Fachbereich. Erst möglich gemacht hatten die "Frauen für Lemgo" die Restaurierung - die gesamten Kosten, in unteren vierstelligen Bereich, finanzierte die engagierte Gemeinschaft aus ihren Erlösen. "In Zukunft werden die Pauken sicher auch bei der mixTour zum Einsatz kommen, da sie in die Epoche passen", fasste Friedemann Engelbert den Wert des Neuzugangs für St. Nicolai zusammen.

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