Bad Salzuflen. Zehn Jahre sind vergangen, seit die Sternfreunde Bad Salzuflen am 27. August 2005 mit einem Festakt mit vielen Gästen die Umbenennung der Sternwarte feierten. Namensgeber war der aus Minden stammende Astronom Walter Baade (1893-1960), der seine letzte Ruhestätte auf dem Obernberg-Friedhof fand. Ende der 50ziger Jahre aus den USA kommend, hatte er sich mit seiner Frau für die Stadt Bad Salzuflen als Ruhesitz entschieden. Leider war ihm dieses nicht lange vergönnt. Er verstarb nach schwerer Krankheit am 25. Juni 1960 in Göttingen. Seine Frau Johanna blieb noch für einen kurzen Zeitraum in Bad Salzuflen in der Talstraße wohnen, um von dort in aller Ruhe seinen umfangreichen Nachlass zu regeln.
Walter Baade wurde berühmt durch seine Untersuchungen an Galaxien - insbesondere der Andromedagalaxie. An dieser stellte er Mitte der 1940er Jahre fest, dass es dort zwei Populationen von Sternen gibt, die er in seiner Untersuchung zur Entfernungsvermessung einsetzte. Somit konnte er die bis dahin angegebene Berechnung wesentlich präzisieren. Er bestimmte das Alter der Galaxie und die korrekte Entfernung (Das Doppelte von dem bis dahin vermuteten Wert). Auch der Abstand unseres Sonnensystems bis zum Zentrum unserer Galaxis wurde von ihm berechnet. Dieser beträgt ca. 25.000 Lichtjahre. Möglich wurde diese Untersuchung durch eine staubfreie Region, die nach ihm benannt wurde ( "Baades Window" - das Baade-Fenster). Für die Sternfreunde war es daher selbstverständlich, diesem großen westfälischen Astronomen ein Andenken zu errichten. Nach dem Abschluss der Umbauarbeiten im Gebäude der Sternwarte planen die Sternfreunde einen Baade-Info-Tag.