MARDORF (gi). Mit Kopfschütteln kommentiert die Ökologische Schutzstation Steinhuder Meer (ÖSSM) die Beschlussvorlage 2015/060/3 des Neustädter Stadtrates, über die heute, Donnerstag, entschieden werden soll. Danach soll nur zwei Kilometer vom Nordufer des Steinhuder Meeres entfernt, direkt neben dem Golfplatz eine "Konzentrationsfläche" für Windkraft ausgewiesen werden, mitten im Herz des Naturparks Steinhuder Meer. Thomas Brandt, wissenschaftlicher Leiter der ÖSSM, bezieht dazu eine klare Position: "Angesicht der hohen naturschutzfachlichen Wertigkeit des Gebietes wäre es absurd, dort Windkraftanlagen aufzustellen. Die Gefahr, dass See- und Fischadler oder andere seltene Vogelarten durch Vogelschlag ums Leben kämen, wäre hier besonders hoch." Der Biologe weist darauf hin, dass auch das erste am Steinhuder Meer brütende Seeadlerweibchen in einer Windkraftanlage ums Leben gekommen ist. Auch im Hinblick auf touristische Zielsetzungen hält er derartige Planungen für fragwürdig. Die ÖSSM wünscht sich, dass der Naturpark von Windkraftanlagen freigehalten wird. Verwundert ist die ÖSSM darüber, dass die Beschlussvorlage, die von bisherigen Beschlüssen abweicht und an der Gesamtkonzeption der Stadt Neustadt offensichtlich vorbeizielt, trotzdem den Verwaltungsausschuss passiert hat und als Beschlussvorlage dem Rat vorgelegt wird. "Im Rahmen der Gesamtplanung von Windvorranggebieten sind alle möglichen Standorte untersucht und auch im Hinblick auf deren Naturverträglichkeit bewertet worden. Warum nicht auch hier, dann wäre der Standort von vorn herein ausgeschieden", so Brandt. Ihm komme die Planung deswegen "reichlich suspekt" vor. Er hofft, dass die Beschlussvorlage schnell vom Tisch kommt.
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ÖSSM nimmt Stellung gegen Windkraftanlagen in Mardorf
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