Lügde (afk). Behördengebäude, Kunst und Kultur haben an sich nicht viel gemeinsam. Aber es gibt durchaus gute Beispiele dafür, dass das durchaus auch mal passen kann. So macht das Lügder Rathaus mal wieder von sich reden. Nein, diesmal nicht mit besonderen kommunalpolitischen Entscheidungen sondern einfach mit Kunst. Es sind 52 Bilder, Kollagen und Skulpturen von Ingrid Vorsatz und Klaus, genannt "Jockl" Egner, zwei Pyrmonter Kreative, die sich erstmals in Lügde vorstellen. Ein Beispiel für die gute Nachbarschaft? Auch. Beide gehören zur Künstlergruppe "Brückenschlag", die sich vor einigen Jahren aus Kunstschaffenden Pyrmonts und Lügdes gebildet hat. Warum sie mit ihrer Gemeinschaftsausstellung jetzt nach Lügde gekommen sind, erzählt Ingrid Vorsatz: "Unser Künstlerfreund Josef Huppertz aus Lügde, der schon mehrfach hier seine Bilder ausgestellt hat, hat uns den Weg geöffnet. Für diese Möglichkeit, hier unsere Arbeiten zeigen zu können, sind wir der Stadt Lügde sehr dankbar." Die Künstlergruppe "Brückenschlag" lebt vom regelmäßigen Dialog der Kreativen, die sich entweder in den heimischen vier Wänden oder aber auch am Waisenhof in Bad Pyrmont in dem früheren Stadtwerke-Gebäude treffen. Mit ihren großen Ausstellungsevents in den Staatsbad- Palmenhäusern hat die Gruppe auch in der breiten Öffentlichkeit in den letzten Jahren von sich reden gemacht, weil sich den Kunstschaffenden aus Bad Pyrmont und Lügde hier auch eine gemeinsame Anlaufstelle bietet. "Wir gehen natürlich gern nach draußen. Unser Brückenschlag will jährlich mit seinen Künstlern ausstellen. Mit dem Lügder Rathaus machen Jokl Egner und ich jetzt den Anfang", so Ingrid Vorsatz. Des Künstlers Lohn ist bekanntlich die Anerkennung anderer. Deshalb sucht man Möglichkeiten sich einer größeren Öffentlichkeit mit seinen Werken zu zeigen. Die findet man zum Beispiel im viel besuchten Rathaus. Im Foyer und auf den Etagenfluren des Lügder Rathauses sind die Kreationen der beiden Hobby-Künstler zu sehen. Ingrid Vorsatz und Klaus Egner gelten als äußerst kreative und produktive Kunstschaffende. So sind die meisten Bilder, Kollagen und Skulpturen erst im letzten und in diesem Jahr entstanden und werden in dieser Ausstellung zum ersten Mal in der Öffentlichkeit gezeigt. Abwechslungsreich und spannend ist sie zusammengestellt und lebt zweifelsohne von der Unterschiedlichkeit beider. Egner, der (wie er von sich selbst sagt) "den schnellen Strich bevorzugt", experimentiert mit nahezu allem, was ihm in die Quere kommt: Er skizziert, er malt, er stellt Collagen zusammen, er sprüht mit Sprühdosen und auch als Bildhauer hat er sich bereits erfolgreich versucht, wie man im Foyer erkennt. Anders dagegen Ingrid Vorsatz, die mit impressionistisch Motive ausarbeitet. Sie nimmt sich Fotografien als Vorlage und setzt die Motive (einige aus Bad Pyrmont und Lügde, aber auch von ihren Reisen nach Kanada, Frankreich und Kroatien) mit Acrylfarben auf Leinwand um. Deutlich wird der Unterschied der beiden zum Beispiel auch bei der Darstellung der Lügder Kilianskirche: zum einen realistisch und detailliert, zum anderen farbenfroh und explosiv. Die Ausstellung ist noch bis zum 29. September während der Öffnungszeiten des Rathauses in Lügde zu besichtigen.
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Eine Ausstellung der Kontraste
Werke von Klaus Egner und Ingrid Vorsatz
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