1. Wer Aufgaben hat, wird fröhlich

    Bei der Preisverleihung wirbt Ulrike Jaehn für mehr ehrenamtliches Engagement

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    Oerlinghausen (kd). Mit dem Horst-Steinkühler-Preis ehrt die Oerlinghauser SPD alle zwei Jahre eine Person, die sich um das Wohl der Stadt und der Bürger verdient gemacht hat. Jetzt fiel die Wahl auf Ulrike Jaehn. Bei der Verleihung im Bürgerhaus bekräftigten die zahlreichen Anwesenden diese Entscheidung. Denn die Ausgezeichnete ist seit vielen Jahren in mehreren Projekten ehrenamtlich aktiv. In seiner Laudatio sagte der SPD-Bundestagsabgeordnete Dirk Becker, dass die Aussagen über Ulrike Jaehn stets gleich lauteten: "Ihre Freundlichkeit ist einfach unglaublich." Diese herzliche, offene Art sei eine besondere Gabe, zu der man nur gratulieren könne, sagte Becker. Es sei zugleich "eine Waffe, mit der sie andere begeistern kann." Ulrike Jaehn sei ein Mensch der Tat. Nach dem Motto "Geht nicht, gibt’s nicht" habe sie schon viele Menschen mitgerissen. "Man muss also darauf gefasst sein, von ihr angesprochen zu werden", sagte Becker. Mehr als zehn Jahre stand die ehemalige Schulleiterin dem Deutschen Roten Kreuz in Oerlinghausen vor. Sie war Gründungsmitglied des Fördervereins der Stadtbibliothek und beteiligt sich an Vorleseprojekten. Wenn sie Blumenkästen an ihrem Wohnort Währentrup pflegt, dient das auch der Verkehrsberuhigung vor dem Kinderspielplatz. Unter den zahlreichen Aktivitäten griff Becker den Schwimmbus heraus. Die gemeinsame Fahrt ins Vitasol nach Bad Salzuflen diene nicht nur der Gesundheit, im Laufe der Zeit seien auch soziale Kontakte und Freundschaften entstanden. "Ich kann verstehen, dass so ein Ergebnis besonders stolz macht", meinte der Laudator. "Aber man fragt sich auch: Warum das alles? Ist das nicht zu viel für eine Person?" Die Erklärung sei ganz einfach: Der Lieblingsplatz Ulrike Jaehn sei nun mal nicht das Sofa. Denn sie handle nach der Devise "Die Stadt sind wir." Zusammenfassend meinte Becker, Ulrike Jaehn habe durch ihre Aktivitäten "die Stadt lebens- und liebenswerter gemacht." Die Geehrte bat darum, auch selbst das Wort zu ergreifen. "Wenn ich schon mal die Gelegenheit bekomme, möchte ich auch Werbung für die Projekte machen", sagte sie. Die meisten hat sie selbst mit entwickelt. Auslöser war der Agenda-Prozess, der auf eine weltweite Konferenz zur nachhaltigen Entwicklung zurückgeht. "Global denken, lokal handeln" lautete das Motto. Auch in Oerlinghausen fand 1998 eine Informationsveranstaltung dazu statt. Ulrike Jaehn sah darin eine Möglichkeit, "Demokratie von unten" zu praktizieren. In der Folge bildeten sich fünf Arbeitsgruppen, von denen nur die AG Zusammenleben, Soziales, Kultur noch aktiv ist. Neben Ulrike Jaehn arbeiten Helga von der Eltz, Bärbel Meyer und Klaus Sommer bis heute mit. "Wir sind mittlerweile so beschäftigt, dass wir schon keine gemeinsamen Termine mehr finden", meinte Ulrike Jaehn. 2004 wurde dann das Projekt "MahlZeit" für ein Essen in Gemeinschaft gegründet. Das Helferteam besteht aus 37 Personen, die sich abwechseln, die Gäste bei den Mahlzeiten zu bedienen. Ulrike Jaehn machte schon auf das Offene Singen am Sonntag, 20. September, aufmerksam. Es soll Spaß am Gesang vermitteln und zugleich Spenden einwerben. Im Jahr 2009 wurden drei Projekte ins Leben gerufen: Die Aktion Schulranzen versorgt bedürftige Erstklässler mit der Grundausstattung, ein Kochkursus sollte vermitteln, wie preiswert ein Gericht sein kann, und die Talentetauschbörse ging an den Start. Seit 2010 wird die "Tafel" durch halbjährliche Spendensammlungen unterstützt. Für den nächsten Termin am Samstag, 5. September, habe sie schon 20 Helfer gewonnen, berichtete Ulrike Jaehn. "Wenn ich anrufe, frage ich nicht erst, wie es geht, sondern komme gleich zur Sache." Ebenfalls seit 2010 setzt sich die Agenda-Gruppe für die Wiederbelebung des Weber-Parks ein, 2011 hat sie erstmals ein Flohmarkt für Oerlinghauser Bürger durchgeführt. "Wenn Sie nicht wissen, was Sie tun sollen, melden Sie sich doch", sagte Ulrike Jaehn. "Es lohnt sich. Man braucht Aufgaben. Sie füllen einen aus, machen fröhlich und man kriegt viel zurück." Sie dankte ihrem Ehemann Lothar Jaehn sowie allen Mitstreitern für die vertrauensvolle Zusammenarbeit und Unterstützung.

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