Kreis Lippe. Der Bundesverband der Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe hat die Kampagne "Vergewaltigung verurteilen – Ihre Stimme jetzt" mit dem bundesweiten Versand von Aktionspostkarten gestartet. Ziel ist, mit der vom Justizministerium geplanten Reform des Sexualstrafrechts, einen umfassenden Schutz der sexuellen Selbstbestimmung zu erreichen. Die Frauenberatungsstelle "Alraune" in Detmold unterstützt die Kampagne und übernimmt die Verteilung der Postkarten im Kreis Lippe. Interessierte Menschen, Einrichtungen und Institutionen können die Karten in der Beratungsstelle während der Bürozeiten unterschreiben oder anfordern. Die gesammelten Karten werden in einer öffentlichen Aktion im September/Oktober an Bundesjustizminister Heiko Maas übergeben. In der Frauenberatungsstelle Alraune, die auch Fachstelle gegen sexualisierte Gewalt ist, können sich betroffene Frauen und jugendliche Mädchen ab 14 Jahren, ihre Angehörigen und Fachkräfte aus anderen Einrichtungen Informationen und Unterstützung bei sexuellem Missbrauch an Mädchen und Jungen und bei Vergewaltigung holen. Hierzulande seien längst nicht alle Fälle, in denen sexuelle Handlungen gegen den Willen einer Person ausgeübt werden, strafbar, teilt die Beratungsstelle mit. Der Grund liegt im deutschen Strafrecht. Es setzt eine Nötigung z.B. mit Gewaltanwendung voraus. Konkret heißt das, dass es nicht ausreicht, wenn eine Frau ausdrücklich und mehrfach Nein sagt oder weint und fleht. Faktisch muss sie sich körperlich wehren, sonst liege zumeist keine Straftat vor. Vielen Frauen sei dies jedoch nicht möglich, sei es aus Angst oder aufgrund ihrer körperlichen Unterlegenheit. Andere ließen die Tat über sich ergehen, um in der Wohnung anwesende Kinder oder sich selbst zu schützen. Die Mitarbeiterinnen der Frauenberatungsstelle erläutern: "Es ist unverständlich, dass es nicht ausreichen soll, Nein zu sagen." Sie fordern gemeinsam mit ihrem Bundesverband und anderen Frauenverbänden den bedingungslosen Schutz der sexuellen Selbstbestimmung und ein modernes Sexualstrafrecht. Weitere Infos in der Frauenberatungsstelle unter der Rufnummer (05231) 20177.
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Reform des Strafrechts
Kampagne: "Vergewaltigung verurteilen"
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