Augustdorf (gh). Mit einer tollen Idee haben die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Augustdorf Gemeindebrandinspektor und Feuerwehrleiter Klaus Schneider überrascht: Zum Abschied wurden Schneider und Ehefrau Annegret mit einem Feuerwehr-Oldtimer der Freiwilligen Feuerwehr Bielefeld/Quelle, einem Magirus Deutz, von zuhause abgeholt und zum Feuerwehrhaus an der Haustenbecker Straße kutschiert, wo er mit einem besonderen Fest gebührend verabschiedet wurde. Seine Nachfolge treten Jörg Diekmann und Andreas Jakoby an.
Vor Ort wartete schon die komplette Mannschaft sowie um die 100 Freunde und Gäste, darunter viele Repräsentanten von befreundeten Wehren, um in dem festlich dekorierten Gerätehaus den Führungswechsel zu feiern. Bürgermeister Dr. Andreas J. Wulf dankte Klaus Schneider in seiner Laudatio für dessen unermüdliches Engagement und verlieh ihm das Ehrenkreuz in Gold. Kreisbrandmeister Karl-Heinz Brakemeier blickte auf Schneiders verdienstvolle Wehrzeit und sein erstaunliches Einsatzspektrum zurück: 1975 der Jugendfeuerwehr beigetreten und seitdem sämtliche Lehrgänge absolviert, zuletzt vom Stellvertreter zum Wehrleiter befördert worden, 10 Jahre Wehrleiter mit Einsatzbereitschaft rund um die Uhr und zusätzlich Brandschutztechniker. Schneider habe Kontakte zut Vereinen und Kitas geknüpft sowie die Brandschutzerziehung in den fünf Augustdorfer Kitas und die Ausrichtung des Sicherheitstages in der Grundschule aufgebaut. Klaus Schneiders Ehefrau Annegret sprach in ihrer liebevollen Laudatio vielen Partnern und Ehefrauen der Wehrleute aus dem Herzen: "Wir alle wissen, dass unseren Männern stets nicht nur viel Kraft, Ausdauer und Mut abverlangt wird, sondern auch viel Zeit zu investieren ist. Aber genau das schweißt die Mannschaft zusammen." Sichtlich gerührt verdeutlichte Klaus Schneider seine Gründe für den Rücktritt. Mehrfachbelastung im Beruf sowie gesundheitliche Gründe hätten eine Rolle gespielt, zudem ist Schneider seit 22 Jahren Leiter der Betriebsfeuerwehr bei Miele und Vorsitzender des Förderverein der Feuerwehr. "Ich bereue keinen Tag, obwohl ich manch schlaflose Nacht hatte, aber das gehörte dazu", erklärte er und berichtete von einigen Erlebnissen der vergangenen Jahre. "Unser starkes Team leistet Großes in Lippes kleinster Feuerwehr!", lobte er abschließend seine Kameraden. Der ehemalige Notfallseelsorger Pastor Dietmar Leweke ließ Schneiders Tätigkeiten Revue passieren und betonte: "Er hat sein Ehrenamt mit außergewöhnlichem Einsatz und großer Verantwortung für sein Team geführt. Ich schenke ihm einen Kompass, symbolisch für einen neuen Kurs mit mehr Zeit für sich und die Familie." Den beiden neuen Wehrführeren Diekmann und Jakoby überreichte Leweke ein hölzernes Schiffsruder, als Symbol dafür, dass sie nun das Ruder übernehmen. Jörg Diekmann, bislang stellvertretender Gemeindebrandinspektor, übernimmt für die nächsten sechs Jahre das Kommando der Freiwilligen Feuerwehr Augustdorf. Sichtlich stolz hielt er seine erste Ansprache als neuer Leiter: "Ich trete in ziemlich große Fußstapfen, aber mit einem tollen Team wird das gut gelingen!" Sein Stellvertreter ist künftig Brandoberinspektor Andreas Jakoby – zunächst kommissarisch, er muss noch einen Lehrgang absolvieren. Diekmann stammt aus einer Augustdorfer "Brandschutzdynastie" und startete bereits 1988 in der Jungendwehr.
