1. Literarisch durch Lemgo streifen

    Premiere des Stadtspaziergangs an geschichtsträchtigen Orten

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    Lemgo (pro). "Schön alt", so lautete der Titel des ersten Textes, in dessen Genuss rund zwanzig Hörerinnen und Hörer im Schmiedeamtshaus am Freitagabend kamen. Von der Erstaufführung des "Literarischen Stadtspaziergangs", so kann es wirklich gesagt werden, bleiben rückblickend tief wirkende Eindrücke aus der langen Geschichte der Alten Hansestadt. Zur Premiere hatte man die Detmolder Theaterschauspieler Grit Asperger und Stephan Clemens gewinnen können, die an jeder der sieben Stationen den zugedachten Stücken das verdiente Leben und den nötigen Ausdruck verliehen. Die Themen der Route durch die Lemgoer Innenstadt hatte im Vorfeld Dietmar Goergen, ehemaliger Chefdramaturg diverser Theaterstätten der Bundesrepublik, festgelegt und mit der Stadt Lemgo besprochen. "In nur vier Treffen konnten wir uns mit Herrn Goergen auf die passenden Texte und Themen einigen. Wir waren begeistert, dass uns von den Stücken das meiste sogar noch unbekannt war", stellte Annette Paschke-Lehmann, Leiterin des Geschäftsbereichs Kultur, seitens der Stadt fest. Dass es sich bei einigen Stücken um höchst aktuelle Gegenwartsliteratur handelte, zeigte die Anwesenheit einer Verfasserin: An Station Nummer drei hieß es "Frisch gestreckte Himbeersoße", ein Gewinnerstück des Literaturwettbewerbs 2015 Ostwestfalen-Lippe. Die Autorin, Marie Pauline Vogt, lauschte mit den geladenen Gästen bei der Stadtbücherei noch einmal ihrem Werk. Dieser Text ist der einzige unter den acht ausgewählten, der ganz ohne Bezug zu Lemgo auskommt – fand jedoch aufgrund der regionalen Entstehungsgeschichte zum Punkt "Literatur" seinen Weg in die Programmgestaltung.

    Jede Station des Rundgangs ist dabei einem Stichwort untergeordnet, beispielsweise dem Gedenken oder eben der Baukultur. Dietmar Goergen, seines Zeichens nun niedergelassener Privatier in Lemgo, zeigte sich während der Programmpause fasziniert vom Lemgoer Stadtbild: "Was wir hier haben, auch was stilistisch an neuen Gebäuden vorhanden ist – die Verantwortlichen scheinen unermüdlich in ihren Ideen!" Diese Erkenntnis passte zum Ort, an dem den Hörerinnen und Hörern Zeit zum Austausch über die erste Hälfte des Abends eingeräumt wurde: Dem Hexenbürgermeisterhaus. Hier gaben Grit Asperger und Stephan Clemens einen Beitrag von Almut Schmersahl zum Besten, der zur erwähnten Baukultur der Stadt Stellung nahm. Die ehemalige Mitarbeiterin der Stadtplanung Lemgo führt das Publikum in ihrem Werk durch die Jahrhunderte währende Historie des Hexenbürgermeisterhauses und erläutert die Restaurierung des Gebäudes seit 1997. Im Anschluss genoss man die Harmonie des zugehörigen Gartens bei Erfrischungen und Laugengebäck, bevor es über drei weitere Adressen zurück zum Ausgangspunkt der Route am Rathaus ging. Der "Literarische Stadtrundgang" kann in Zukunft komplett und in Teilen gebucht werden – zur Zeit befinde man sich jedoch noch in der Planung, so die Verantwortlichen.

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