Oerlinghausen (kd). Insgesamt 25 Jahre war Georg Hemkendreis als Geschäftsführer für die Flugplatzgemeinschaft Oerlinghausen (FGOe) tätig und hat in dieser Zeit Beachtliches geleistet. Bei der Jahresversammlung wurde der 65-Jährige in den Ruhestand verabschiedet. Seinen Nachfolger Rolf Tiemeyer wird er noch bei zwei Bauprojekten unterstützen. "Man kann, nein man muss von einer neuen Epoche sprechen", meinte Heinz Richter, ehemaliges Vorstandsmitglied, als er die Leistungen von Georg Hemkendreis würdigte. Der begeisterte Segelflieger hat die Geschäfte der FGOe seit 1990 zunächst ehrenamtlich geführt. Als die Aufgaben immer mehr wuchsen, wurde nach zehn Jahren ein Beruf daraus. "Der Anstellungsvertrag führte zunächst zu erheblicher Unruhe bei den Mitgliedern", erinnerte sich Richter. Doch schon bald erkannten die 13 Vereine, die an der FGOe beteiligt sind, was sie an ihrem Geschäftsführer haben. Das 65 Hektar große Gelände befand sich ursprünglich im Besitz des Landes Nordrhein-Westfalen. Eines Tages sah sich die Flugplatzgemeinschaft mit einer Forderung konfrontiert. "Wir sollten 330.000 Euro Jahresmiete zahlen. Das hätte uns vollkommen überfordert", sagte Richter. "Bei dem folgenden Verhandlungsmarathon ging Georg Hemkendreis sehr geschickt vor und hat erreicht, dass wir das Gelände kaufen konnten. Außerdem setzte er durch, dass unsere Eigenleistung anerkannt wurde, was 50 Prozent des Kaufpreises ausmachte." Hemkendreis verantwortete unter anderem die Sanierung und den Bau mehrerer Hallen. Schließlich sorgte er dafür, dass die FGOe weiterhin als gemeinnützig eingestuft wurde. "Es gab dazu zahlreiche Verhandlungsrunden. Das Hickhack dauerte zwei Jahre", sagte Richter. An Hemkendreis gewandt kam er zu dem Schluss: "Du warst ein Glücksfall für die FGOe." "Und für die Stadt Oerlinghausen ebenso", ergänzte Bürgermeisterin Dr. Ursula Herbort. Der Flugplatz sei sehr bedeutsam für die Stadt, nicht umsonst befinde sich ein Segelfugzeug im Wappen. Die Zusammenarbeit mit Georg Hemkendreis sei stets sehr fruchtbar gewesen. Der neue Geschäftsführer Rolf Tiemeyer (56) bringt bereits Erfahrungen aus einer ähnlichen Funktion in Porta Westfalica mit. Der Oerlinghauser Flugplatz mit seinen 25.000 Segelflugstarts im Jahr besitze eine in Deutschland einzigartige Infrastruktur, sagte er. Tiemeyer weiß außerdem die harmonische Zusammenarbeit der 13 beteiligten Vereine zu schätzen. Für sein letztes Arbeitsjahr legte Hemkendreis ein positives Wirtschaftsergebnis vor, so dass zwei große Bauvorhaben umgesetzt werden können. Nach wie vor gibt es eine lange Warteliste an Fliegern, die ihre Sportgeräte sicher unterstellen möchten. Aus diesem Grund wird die FGOe eine zehnte Halle bauen. Sie wird rund 450.000 Euro kosten und zu zwei Dritteln aus eigenen Mitteln bezahlt. Ferner soll der bislang gepachtete Campingplatz auf der gegenüber liegenden Seite neu gebaut werden. Dafür werden rund 200.000 Euro veranschlagt. Beide Projekte wird Georg Hemkendreis auch im Ruhestand weiterhin betreuen. Im übrigen freut er sich schon darauf, wieder seinem Hobby nachgehen zu können. Denn obwohl er täglich auf dem Flugplatz war, fand er kaum Zeit, einmal selbst zu fliegen.
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Endlich mehr Zeit zum Fliegen
"Georg Hemkendreis war als Geschäftsführer ein Glücksfall für den Flugplatz"
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