1. Der Hermann lacht zufrieden ins Tal hinunter

    Festwochenende in Heiligenkirchen übertrifft alle Erwartungen

    Dieser Eintrag wird bereitgestellt durch Schaumburger Wochenblatt | Impressum

    Detmold-Heiligenkirchen (rto). Mit einem über zweistündigen Festumzug und mehr als 50 beteiligten Gruppen hat das kleine Heiligenkirchen am Sonntag den Abschluss seines Festwochenendes zum 1.000-jährigen Bestehen gefeiert. Tausende Besucher säumten den Weg des Zuges und jubelten bei bestem Sommerwetter den Akteuren zu. Selbst der Hermann soll von oben schmunzelnd und zufrieden zugesehen haben, berichteten Augenzeugen, die möglicherweise etwas zuviel vom mittelalterlichen Met getrunken hatten. Begonnen hatten die Feierlichkeiten eher ernst am Freitagabend in der voll besetzten Kirche. Unter Klängen des Posaunenchors Heiligenkirchen und des Streichquartetts eröffneten Ortsbürgermeister Rainer Friedrich, Pfarrer Detlef Harth und Paul Gerd Engstfeld als Vorsitzender des Heimat- und Verkehrsvereins die Feierlichkeiten. Die geladenen Gäste, unter ihnen Ute Schäfer, Ministerin des Landes NRW für Jugend und Kultur, überbrachten Grußworte. Die Ministerin hielt die Festrede. Mit dem mittelalterlichen Markt im Park hatte die Veranstaltung neben dem Festumzug und dem großartigen Höhenfeuerwerk einen weiteren Höhepunkt. Tausende Besucher trafen dort auf alte Handwerkstechniken aber auch auf eine römische Legion. Kinder konnten Stockbrot backen oder sich im Bogenschießen versuchen. An der Kirche erfuhren die Besucher Wissenswertes über Heilpflanzen des Mittelalters oder konnten die wohl einzigartige Möglichkeit nutzen, den Kirchturm zu besteigen. Obwohl sie noch die Party vom Samstagabend in den Knochen hatten, marschierten die Teilnehmer des historischen Marktes am Sonntag dann genauso im Festzug mit wie wohl jeder Verein aus Heiligenkirchen, Kita, Grundschule und viele Abordnungen aus den umliegenden Orten. Sogar eine Volkstanzgruppe aus Leopoldshöhe war dabei. Friedrich Brakemeier, Vorsitzender des Lippischen Heimatbundes, zog mit Frack und Zylinder von anno dazumal durch die Straßen, Landratskandidat Dr. Axel Lehmann marschierte im Bademantel mit dem Freibadverein Berlebeck-Heiligenkirchen, dessen Mitglieder die Zuschauer mit Spritzern aus der Wasserpistole erfrischten. Detmolds Bürgermeister Rainer Heller hatte sich mit Kettenhemd und Tunika getarnt und lief als römischer Legionär im Zug mit.

    Von einer alten Postkutsche über historische Traktoren und eine Flower-Power-Ente bis hin zur fahrenden Falkenburgdem Königsberg auf Rädern und dem erstklassig nachgebauten alten PESAG-Straßenbahnwagen reichte die Bandbreite der Fahrzeuge. Die Bergfreunde aus dem Schling simulierten auf ihrem Wagen ein Osterfeuer, Bäcker Biere verteilte Brötchen und die Fleischerei Kruel die dazu passenden Würstchen. Vorweg marschierte der Heimat- und Verkehrsverein mit dem Heiligenkirchener Wahrzeichen, der Kirche. Am Ende des grandiosen Umzuges und des tollen Wochenendes wurden dann noch zwei Heiligenkirchnerinnen für ihr besonderes Engagement geehrt: Die Stadt Detmold nutzte die Gelegenheit des Festwochenendes, um beim Heimatnachmittag am Samstag im Festzelt Anja Loos und Bianca Burandt auszuzeichnen. Seit mehr als 30 Jahren ist Anja Loos in der Spielvereinigung Heiligenkirchen engagiert. Bianca Burandt bringt sich sehr stark in der Arbeiterwohlfahrt und dort besonders im Bereich der Seniorenarbeit ein.

  2. Kommentare

    Bitte melden Sie sich an