Bad Salzuflen (rto). Sophie Rosentreter war in ihrer Jugend Modell und MTV-Moderatorin. Sie interviewte die ”Red Hot Chili Peppers” auf dem Roten Platz in Moskau und flog im Privatjet von Bon Jovi. Doch dann kam die Wende. Mit der Demenzerkrankung und dem Tod ihrer Oma Ilse änderte sich ihr Leben und sie gründetet im Dezember 2010 ihr Unternehmen "Ilses weite Welt". Hier kümmert sich die Hamburgerin jetzt um Menschen mit demenzieller Erkrankung.
Auf Einladung des Sozialen Altendienstes Lippe e.V. (SAD) war die 39-jährige Hamburgerin nun zu einem spannenden, informativen und bewegenden Vortrag in die Badestadt gekommen. ”Demenz mit Leichtigkeit begegnen” hieß ihr gut zweistündiger Vortrag, der am Ende doch vielen der rund 120 Zuhörer sehr unter die Haut ging. In einem Wechsel von Powerpoint-Vortrag, Filmausschnitten aus Heimen und Rezensionen aus ihrem Buch führte die Referentin ihre Zuhörer durch das Thema. Sophie Rosentreter erzählte vom Verlauf der Krankheit bei ihrer Oma, den familiären Belastungen und dem Lernprozess, den sie durchgemacht hat. Sie sprach vom Annehmen der Wahrheit der Erkrankung und dem sich Zuwenden über andere Kommunikationswege als der Sprache. Die Zuhörer erfuhren, dass es immer mehr Menschen gibt, die immer früher von der Krankheit betroffen sind. Die eindrucksvollen Bilder ihrer Filmausschnitte zeigten, wie Menschen, von denen man geglaubt hat, dass sie bereits nichts mehr registrieren, mit entsprechender Ansprache und körperlicher Zuneigung wieder reagieren. Menschen, von denen man geglaubt hat, dass sie nicht mehr sprechen können, öffnen sich plötzlich wieder und singen sogar. ”Das sind die Momente, die glücklich machen", sagt Sophie Rosentreter. Der Verein SAD hat mit dieser Vortragsveranstaltung eine Reihe von vier Veranstaltungsabenden zum Weltalzheimertag am 21. September gestartet. Am 9. September um 20.15 Uhr lädt der Verein in das Hansa Kino nach Lemgo. Dort wird es dann die US-amerikanische Tragik-Komödie ”Die Geschwister Savage” zu sehen geben. Der Film zeigt die Problematik und den Zwiespalt der Angehörigen im Umgang mit betroffenen Menschen und deren Unterbringung in einem Heim. Bei der Abschlussveranstaltung am 20. September im Bürgerhaus in Kalletal-Hohenhausen geht es dann um Inklusion und Integration von Demenzkranken in Gesellschaft und Vereine.
