1. Bessere Orientierung für Verbraucher

    "Naturparksiegel" gibt Auskunft über regionale Herkunft

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    Detmold. Ob Brot, Käse, Eier oder Wurst, Produkte aus der Region liegen im Trend, Heimatnähe ist dabei zunehmend gefragt. Nach einer aktuellen Umfrage greifen neun von zehn Verbrauchern lieber zu regionalen Lebensmitteln. Doch wer im Supermarkt einkauft, den Wochenmarkt besucht oder durch Bio- und Naturkostläden bummelt, sieht sich einer unüberschaubaren Vielfalt von Siegeln, Logos, Zeichen oder Labels ausgesetzt, die alle mit dem Begriff "regional" ausgestattet sind. Doch wann verdient das Produkt tatsächlich diese Bezeichnung und wann es ist es nur ein fantasievoller Werbegag ohne konkrete Herkunft- und Qualitätsaussagen? Im Dschungel der Siegel ist das für den Verbraucher selten zu durchschauen. Das soll sich nun in der Region des Naturparks Teutoburger Wald/Eggegebirge ändern. Das "Naturparksiegel" will den Verbrauchern Transparenz über Herkunft und Herstellung regionaler Produkte vermitteln sowie gezielte Orientierung für den Einkauf geben. Das Siegel soll strenge und nachvollziehbare Qualitätsmerkmale für Lebensmittel, Holz und Zierpflanzen umfassen, wobei von vorneherein klar ist, dass künftig nur jene regionalen Produkte ausgezeichnet werden, die besonders zum Schutz der heimischen Kulturlandschaft und ihrer biologischen Vielfalt beitragen. So müssen beispielsweise Kartoffeln oder Obst und Gemüse zu 100 Prozent vom Erzeuger im Naturpark angebaut werden, der Boden darf nicht mit Klärschlamm gedüngt werden, der umwelt- und gesundheitsgefährdende Stoffe enthält. Bei Kombiprodukten wie Speiseeis oder Konfitüren muss nach den Anforderungen des Naturparks die Hauptzutat, in diesen Fällen Milch oder Früchte, zu 70 Prozent aus dem Naturpark kommen. Gezüchtete Pflanzen können mit dem Siegel zertifiziert werden, wenn sie im Freiland und ohne Biozid-Einsatz angebaut werden. Auf Streuobstwiesen dürfen keine Pestizide eingesetzt werden. Was beispielsweise Eier, Fleisch und Wurstwaren angeht, gelten enge Tierschutzregelungen: Die Tiere müssen artgerecht gehalten werden, genügend Freilauf haben, dürfen nicht vorbeugend mit Antibiotika behandelt werden oder gar Hormone bekommen. Futtermittel müssen überwiegend aus dem Naturpark stammen, gentechnisch verändertes Futter darf überhaupt nicht verwendet werden. Genaue Kriterien und Definitionen zur Zertifizierung hält der Naturpark Teutoburger Wald/Eggegebirge bereit. Das "Naturparksiegel" bildet kein Konkurrenzlabel zu den bestehenden Regionalmarken wie "Kulturland Kreis Höxter", "Lippequalität", "Senne Original" oder "Biolokal". Ganz im Gegenteil: Das Siegel mit der Aufschrift "Qualität aus dem Naturpark Teutoburger Wald/Eggegebirge" ist eine sinnvolle Ergänzung, um regionale Produkte über Kreisgrenzen hinweg bekannt zu machen und erfolgreich überregional zu vermarkten. Ziel sei es, so der Naturpark, gemeinsam mit den Regionalmarken regionale Produkte verlässlich kennzeichnen zu können, damit der Verbraucher genau wisse, wo das Produkt herstamme und wie und womit es hergestellt sei. Kurz: Was draufsteht, muss auch wirklich drin sein. So werden die Regionalmarken optisch ansprechend in das grünumrandete Naturparksiegel – das gibt es in zwei Größen - integriert.

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