Kreis Lippe. Vier von fünf Asylbewerbern in Deutschland sind unter 35, ein Viertel sogar unter 18 Jahre alt. Mit Beschluss des Bundeskabinetts soll gerade diese Zielgruppe künftig schneller in den Arbeitsmarkt integriert werden. Um dieses Ziel umzusetzen, hat Landrat Friedel Heuwinkel bereits Anfang des Jahres die Schaffung einer neuen Willkommenskultur in Lippe vorgestellt. In seiner jüngster Sitzung hat sich jetzt auch der Ausschuss für Bildung, Sport und Betriebsausschuss des Kreises Lippe dafür ausgesprochen, ab dem Schuljahr 2015/2016 sogenannte Integrations-Coaches als Unterstützung für die Arbeit in den internationalen Klassen der lippischen Berufskollegs zur Verfügung zu stellen.
Das Projekt soll bereits bestehende Aktivitäten ergänzen und sich mit ihnen vernetzen. "Im Wesentlichen sollen die Integrations-Coaches die Schüler der internationalen Klassen bei allen Fragen und Bedarfen rund um ihre gesellschaftliche Integration unterstützen und ihnen dabei helfen, eine berufliche Perspektive zu erhalten", erläutert Markus Rempe vom Stabsbereich Bildung. Gemeinsam mit der Integrationsbeauftragten, Sabine Beine, steht das Ziel im Fokus, die Schüler schnellstmöglich mit der deutschen Sprache vertraut zu machen und die Arbeit vieler beteiligter Akteure in ihrer Wirkung noch zu verstärken. Außerdem sollen die individuellen Kompetenzen ermittelt sowie bedarfsgerechte schulische und außerschulische Angebote entwickelt werden, um den Schülern einen guten Start ins Berufsleben zu ermöglichen. "Damit die Flüchtlinge und Zuwanderer ihre Fähigkeiten auf dem Arbeitsmarkt einsetzen können, brauchen wir eine enge Zusammenarbeit zwischen Schulen und Unternehmen. Hier treten die Integrations-Coaches auf den Plan: Arbeit bedeutet gesellschaftlich e Teilhabe und die ist Voraussetzung für eine erfolgreiche Integration", erläutert Landrat Friedel Heuwinkel. Dabei startet der Einsatz der Integrations-Coaches mit einer einjährigen Erprobungsphase. Die anfallenden Kosten in Höhe von rund 100.000 Euro teilt sich der Kreis Lippe mit verschiedenen Projektpartnern. So hat beispielsweise die Stiftung Standortsicherung bereits einen Betrag von 20.000 Euro zugesagt. Ob das Projekt danach fortgeführt wird, soll entschieden werden, sobald die Ergebnisse aus der Testphase vorliegen. "Wir wollen dann prüfen, wie sich das Konzept in der Realität bewährt hat und wo noch Änderungsbedarf besteht", so Dr. Peter Pahmeyer, Vorsitzender des Ausschusses für Bildung, Sport und Betriebsausschuss. "Für die Umsetzung wollen wir gerne weitere Kooperationspartner gewinnen, um dem Projekt eine möglichst langfristige Perspektive in Lippe zu geben", so Pahmeyer weiter. Ab sofort werden nun Coaches gesucht, die insbesondere über Erfahrungen in der Netzwerkarbeit sowie in der Arbeit mit den Jugendlichen und jungen Erwachsenen verfügen.