1. Ein außergewöhnliches Sommercamp

    Junge Lipper helfen bei Instandsetzungsarbeiten auf jüdischem Friedhof

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    Kreis Lippe. Mit der Diskriminierung beziehungsweise der Ausgrenzung im Alltag befassten sich insgesamt 41 junge Lipper und Litauer bei einem Sommercamp in Litauen. Nach dem Prinzip gemeinsam schaffen und miteinander leben, dabei Geschichte begreifen und Vorurteile überwinden setzten die Teilnehmer in zehn Tagen einen alten jüdischen Friedhof im litauischen Kretinga instand und erfuhren bei diesem Arbeitseinsatz sehr viel über einen dunklen Teil der Geschichte, entwickelten in dieser Zeit aber auch sehr viel gegenseitiges Verständnis. Durch die Arbeit an jüdischen Grabsteinen wurde das dunkle Kapitel der gemeinsamen Judenvernichtung in Litauen plastisch und greifbar. Als Opfer von Diskriminierung und Vorurteilen hatten die jüdischen Gemeinden unter der nationalsozialistischen Besatzung das Schlimmste zu leiden. Jetzt setzten sich die überwiegend jugendlichen Teilnehmender mit der Problematik von Ausgrenzung im Alltag -damals und heute- auseinander. "Miteinander leben" bedeutete konkret auch, dass zwei Bewohner der Stiftung Eben-Ezer sich voll und ganz mitbeteiligten. Begleitet wurden sie von Erwachsenen aus der Kirchengemeinde Bergkirchen und deren Pfarrerin Cornelia Wentz, sowie Erwachsenen aus der Gemeinde Detmold -Ost mit Pfarrer Burkhard Krebber, die allesamt sich den Zielen der "Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit Lippe" verbunden wissen. Das Projekt, das nun schon zum 5. Mal in Folge realisiert wurde, wird dieses Jahr gefördert im Programm "Europeans For Peace" der Stiftung "Erinnerung, Verantwortung und Zukunft" (EVZ) und vom Auswärtigen Amt in Berlin. Von litauischer Seite kamen 13 motivierte Schüler dazu, die mit ihren beiden Lehrern auch sonst ehrenamtlich in einer Behinderteneinrichtung "Noahs Arche" in Birzai engagiert sind. Für alle organisatorischen Fragen waren die litauischen Projektpartner Gold wert, denn man braucht immer einen "Plan B", wenn es vor Ort anders aussieht, als gedacht. Nach einem Gespräch mit jüdischen Zeitzeugen des Holocaust und Vorträgen u.a. vom Honorarkonsul Dr. A. Baublys kam es zu einer ergreifenden Gedenkfeier auf dem Friedhof. Vertreter der Stadt Kretinga und der jüdischen Gemeinde von Klaipeda (Memel) lobten den gemeinsamen Einsatz und setzten auf die völkerverbindende Kraft solcher Jugendbegegnungen. Nach getaner Arbeit lockte die baltische See zu Spaß und Spiel auf Sand und Strand. Miteinander leben, Geschichte begreifen und gegenseitige Vorrteile überwinden – junge Lipper erlebten ein prägendes Sommercamp in Litauen. Foto: privat

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