STEINHUDE (tau). Das Thema Berufsorientierung ist für die Schülerinnen und Schüler des 9. Jahrgangs am Gymnasium Steinhude konkret geworden. Denn für zwei Wochen verließen sie die Schulbank, um in die vielfältige Arbeitswelt einzusteigen. Für einige bedeutete das auch, einen längeren Anfahrtsweg auf sich zu nehmen, zum Beispiel nach Duisburg zum Unternehmen Toyota Material Handling oder – Rekord in diesem Jahr – nach Torekov in Schweden. Die Reise nach Skandinavien zum Unternehmen Nolato Polymer AB nahm Max Meinshausen auf sich. Ein Glücksfall, der sich aus einem familiären Kontakt heraus ergab.
Alle Teilnehmer machten durchweg positive Erfahrungen in ihren Betrieben, durften nicht nur zuschauen, sondern auch mitmachen. Ob am Computer eines Start Up Unternehmens auf der Expo Plaza, im Forschungslabor an der Tierärztlichen Hochschule, an der Nähmaschine im Staatstheater Hannover oder am Mikrofon beim Radio. Die Schüler durften zeigen, was sie können und hatten sichtlich Spaß dabei. Michelle Sommerfeld hat beim SPD Unterbezirk Region Hannover Flyer zum Parteitag entworfen und bei der Organisation des Delegiertentreffens mitgeholfen. Jelger Tosch arbeitete hingegen bei der CDU-Fraktion des Landtages mit, stellte unter anderem den morgendlichen Pressespiegel zusammen und formulierte auch Anfragen an die Landesregierung. Vivien Barresi machte sich mit der Leistungsfähigkeit der MHH Forschungsbereiche vertraut und war beeindruckt von der komplexen Diagnostik in den spezialisierten Kliniken. Geforscht hat auch Jonas Gruber. Und zwar am Institut für Physiologische Chemie und dem Zentrum für Infektionsmedizin. Hier lernte er verschiedene Sicherheitsbereiche kennen sowie den täglichen Umgang mit Zellkulturen. Gerade die Berufe im Forschungsbereich verlangen Herzblut, stellten die Schüler fest. Denn wissenschaftliche Mitarbeiter erhalten oftmals nur projektbezogene Arbeitsverträge mit zum Teil kurzen Laufzeiten. Das habe natürlich Auswirkungen auf die spätere Berufswahl. Wohin die Reise nach dem Schulabschluss geht, ist auf jeden Fall klarer geworden, bestätigen die Schüler. Auch Burkhard Jonczyk, Beauftragter für Berufsorientierung am Gymnasium, stellt die Vorteile von Betriebspraktika heraus. Die Erfahrung zeige, dass die Schüler nicht nur eine Orientierung erhalten, sondern auch motivierter den Schulalltag angehen. Die Leistungen, so Jonczyk weiter, verbessern ebenfalls. Foto: tau
