Schlangen (rto). Einst war Schlangen nicht nur Grenzstadt zwischen Lippe und Preußen war, sondern lag auch an der Straßenbahnstrecke zwischen Paderborn und Detmold. Mit dem Musical "… und mittendrin die Straßenbahn” haben Kinder und Jugendliche der Gemeinde jetzt im Rahmen der Feierlichkeiten zum 1.000-jährigen Bestehen Schlangens an diese Zeiten erinnert. Andreas Lehnert, Chorleiter und Musiker, und Joachim Woite, Leiter der Offenen Jugendarbeit in Schlangen, hatten in dem Stück die Geschichte der Entstehung der Straßenbahn und ihren Einfluss auf den Ort und das Leben jener Zeit künstlerisch zusammengefasst. Auf die Bühne gebracht wurde es von einem Kinderchor und sechs Hauptdarstellern: Die Kinder Lara und Hanna Lehnert, Xenia Bomm sowie Florian Püster stoßen mit ihren Fragen über die Straßenbahn zu Beginn bei zufällig vorbeikommen Wanderern (Heidi Proppe und Klaus Hammelmann) auf zwei Menschen, die genau Bescheid wissen – aus ihren Tablet-Computer ziehen sie immer wieder neue Stichworte. Die sechs sitzen auf der einen Seite der Bühne, der Chor der Kinder auf der anderen. Auf einer großen Leinwand werden historische Bilder gezeigt. Zwei Ausrufer, Pia Rasche und Jonas Mikolajeczak, kündigen lautstark politische Beschlüsse, Zeitungsartikel und zeitgenössische Berichte an, die dann von Kindern des Chores vorgelesen werden. Dazwischen singt der Chor immer mal wieder ein Lied, wie das der kleinen Schaffnerin oder das "25.000 Voltkabel-Lied”. Die Zuschauer des gut gefüllten Bürgerhauses erfuhren in den eineinhalb Stunden der Aufführung eine Menge geschichtliches über die Straßenbahn, über Berufe wie den Ritzenschieber oder den Rillenputzer, die es heute nicht mehr gibt, die damals aber sehr wichtig für den Verkehr waren, aber auch über die kleine Liebesgeschichte der Schaffnerin Anneliese Herde-Hunecke. In sie hatte sich auf einer Fahrt nach Detmold ein junger Dortmunder verliebt und sogar ein Liebeslied für sie geschrieben. Doch leider, so die Geschichte, kamen die beiden nicht zusammen. Das Fazit am Ende der Vorstellung: Es war eine gute alte und gemütliche Zeit mit der Bahn. Das im Jahr 1928 rund achtzig Kilometer lange Netz wurde nach dem 2. Weltkrieg immer weiter eingeschränkt und durch Busse ersetzt. Im Jahr 1959 wurde die Straßenbahn dann endgültig eingestellt. Heute hätte sie viele gerne zurück, um mit ihr über die Externsteine und Horn wieder nach Detmold fahren zu können Die Besucher der Vorstellung dankten der musikalischen Reise in Vergangenheit mit anhaltendem Applaus.
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Musikalische Geschichtsstunde
Mit der Straßenbahn vom Paderborn nach Detmold
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