WUNSTORF/NEUSTADT (tau). Am Montag hat sich die brasilianische Delegation, die zuvor drei Wochen lang im Kirchenkreis Neustadt-Wunstorf zu Gast war, wieder auf den Heimweg nach Südamerika begeben. Im Rahmen eines Pressegesprächs beschrieben die Besucher ihre Eindrücke. Besonderes Highlight für sie war die Reise an die Wirkungsstätten Martin Luthers nach Wittenberg, Erfurt und Eisenach. In der Lutherstadt Wittenberg pflanzte die zwölfköpfige Gruppe um Pastor Leandro Ristow einen Baum und beteiligte sich damit an einem ökumenischen Projekt während der Luther-Dekade.
Es ist die sechste Delegation aus Brasilien, die in 25 Jahren des Bestehens der Partnerschaft zwischen dem Kirchenkreis Neustadt-Wunstorf und der Sinodo Uruguai der Evangelischen Kirche in Brasilien auf Besuch nach Deutschland gekommen ist. Das Programm ermögliche mit den Menschen intensiver in Kontakt zu kommen als das als Tourist der Fall wäre. Auffällig für die Brasilianer war, dass die Deutschen sehr viel distanzierter und förmlicher miteinander umgehen. Das ist in der brasilianischen Heimat ganz anders, dort gehe es herzlicher zwischen den Menschen zu. Ein weiterer Unterschied ist die Bedeutung des Glaubens im Alltag. In Deutschland spiele Religiosität eine weit weniger wichtige Rolle als in Brasilien, wo rund 90 Prozent der Bevölkerung einen starken Glauben haben und diesen auch im Alltag leben. Dafür werde in Deutschland aus Sicht der Delegation mehr Wert auf den Schutz der Natur gelegt. Die Besucher zeigten sich beeindruckt von den vielen Parks, die sie auf ihrer Rundreise gesehen haben. Die Planungen für einen Gegenbesuch in Brasilien laufen bereits. Die Partnerschaft mit regelmäßigen Besuchen seit 1990 soll schließlich weiterbestehen. Bereits im nächsten Jahr sollen wieder junge Praktikanten aus beiden Ländern an einem Austauschprogramm teilnehmen. Neben diesen vielen, individuellen Kontakten gibt es noch ein weiteres interessantes Arbeitsfeld in der Partnerschaft. Da ist besonders die Einrichtung des CEFAPP in Palmitos zu nennen. Es handelt sich hierbei um eine Bildungs- und Freizeiteinrichtung, in der theologische Laienkurse über jeweils zwei Jahre abgehalten werden. Diese sind auch dringend notwendig, da die Absolventen in den Gemeinden benötigt werden. Die Sinodo Uruguai ist in etwa so groß wie Niedersachsen und umfasst 19 Kirchengemeinden. Der Kirchenkreis Neustadt-Wunstorf unterstützt daher die Ausbildung in Brasilien seit 1998 gezielt mit Spenden. Foto: tau
