LAUENAU (al). Ein neues Attribut hat der SPD-Ortsverein Lauenau für die Samtgemeinde entdeckt: "Rodenberg GmbK", beklagt der Vorstand und liefert gleich die Übersetzung dazu: "Gemeinde mit beschränktem Krankenhauszugang". Der Grund: Wenn die bisherigen Kliniken in Bad Münder und Springe wie befürchtet schließen und das neue Schaumburger Gesamtklinikum bei Vehlen eröffnet wird, müssen Patienten und deren Besucher lange Fahrzeiten in Kauf nehmen. Die Lauenauer Sozialdemokraten sind nicht erst jetzt in Sachen Krankenhausversorgung aufgewacht. Sie erinnern daran, dass ihr Kreistagsabgeordneter Wolfgang Kölling vor Jahren vehement gegen den geplanten Standort Vehlen argumentiert hatte, sich letztlich aber nicht durchsetzen konnte. Heute jedoch scheinen sich seine damaligen "Horrorszenarien" zu verwirklichen. Denn die Springer Anstalt schließt schon in wenigen Monaten und die Zukunft der Deister-Süntel-Klinik in Bad Münder ist wegen der angestrebten Planinsolvenz ungewiss. Für Betroffene aus dem Raum Lauenau entstehen weite Wege. Deshalb rechnet die SPD künftige Fahrzeiten ab Lauenau vor: 35 Minuten zum Robert-Koch-Krankenhaus in Gehrden, 30 Minuten zum Sana-Klinikum in Hameln, 35 Minuten zum Klinikum der Region Hannover in Neustadt/Rübenberge und ebenfalls 35 Minuten zum künftigen zentralen Krankenhaus Schaumburgs. Die SPD weiß auch, dass sie diese Entwicklung nicht umkehren kann. Zur Entschärfung der künftigen Situation könne jedoch die Einrichtung einer Notfallambulanz in der Samtgemeinde Rodenberg beitragen – als eine erste Anlaufstelle zur Akutversorgung, möglicherweise gar mit einigen Betten, wie es sie in anderen Ländern bereits gibt.
Stabil sei indes aus Sicht der Sozialdemokraten die Situation der niedergelassenen Ärzte im Flecken selbst. Lauenau könne "mit einer guten Versorgung im hausärztlichen, zahnärztlichen und physiotherapeutischen Bereich punkten", heißt es wörtlich mit dem Hinweis, dass die SPD-Vertretungen im Flecken und Samtgemeinderat auch künftig diese Praxen unterstützen wollen und "damit die sogenannten ‚weichen‘ Standortfaktoren weiter zu stärken.