Lügde (afk). Auffällig ist er, der neue Bürgerbus, der ab sofort in Lügde tagtäglich außer an Wochenenden seine Runden dreht, gesteuert von 22 ehrenamtlichen Fahrern, die meisten von ihnen Rentner, die ihre Freizeit in den Dienst der Allgemeinheit stellen. Rund 6.000 Fahrgäste nutzen dieses Beförderungsangebot der Lügder Kernstadt auf der BVO-Linie 763 jährlich. "Und wir hoffen, dass es jetzt mit der zusätzlichen Bequemlichkeit und dem neuen Komfort auch für Gehbehinderte und Rollstuhlfahrer noch mehr werden", erwarten Bürgermeister Heinz Reker und der Vorsitzende des Trägervereins "Bürgerbus Lügde e.V.", Heinz Hartmann. Alle haben sich auf dieses neue Fahrzeug gefreut, das nun offiziell im Rahmen einer kleinen Feier auf dem Marktplatz übergeben wurde. In leuchtendem Rot und Weiß rollt der neue Bürgerbus (Spitzname "Der lütte Lügder") daher. Die Seiten sind mit von Innen durchsichtigen Spezialfolien mit Lügder Motiven beklebt, so dass die Fahrgäste trotz der "optischen Verkleidung" ungehinderten Blick nach außen haben. Zu sehen sind eine Szene aus dem Emmerauenpark, ein idyllisches Motiv des Wehrturms an der Kleinen Emmer und auf der Rückseite von der Storchenstation Elbrinxen. "Ein Superauto", freut sich der Fahrerwart des Bürgerbusvereins, Hans-Werner Loges, einer von zwei ehemaligen Profi- Busfahrern mit Jahrzehnte langer Erfahrung in der Personenbeförderung, die ihren Kollegen, wie sich amtlich nennen, mit Rat und Tat zur Seite stehen. Er hat das neue Gefährt vom Typ Mercedes Sprinter auch mit ausgesucht. In Venlo in den Niederlanden ist das dieselbetriebene Automatik-Fahrzeug in einer Spezialfirma zu einem Niederflurbus umgebaut worden. Er verfügt über acht Sitzplätze und hat Raum für Rollstühle oder Rollatoren. "Das angenehme aber ist auch, dass Passagiere den Bus ohne Treppenstufen zu überwinden besteigen und verlassen können. Der Einstieg lässt sich auf Bordsteinkantenhöhe absenken", ist Logs begeistert. "Für Rollstuhlfahrer haben wir zusätzliche eine klappbare Rampe an Bord, die das Hinein- und Herausrollen ermöglicht." Die neue Qualität des Kleinbusses, der das 14 Jahre alte Vorgängermodell mit mehreren hunderttausend Kilometern auch dem Tachometer ablöst, schlägt sich in einer Verlängerung der Karosserie nieder. "Der passt gerade noch in unsere Garage", hat der Fahrerwart festgestellt, der auch mit der besseren Motorleistung zufrieden ist. Auch für die Fahrer hat sich nun einiges verändert. Das Ausdrucken von Fahrscheinen erfolgt nun computergestützt. Jeder ausgegebene Fahrschein wird per Funk an die BVO-Zentrale gesendet. Hier wird alles registriert. "Wir ersparen uns die Abrechnerei am Ende jeder Schicht. Wir überweisen dann nur noch die Gelder. Das erleichtert uns die Arbeit sehr", freut sich Loges, der mit den Fahrern eine einführende Schulung in das neue Kassensystem durchführte. Der neue Lügder Bürgerbus kann jetzt auch per Handy verfolgt werden. So lassen sich die Daten, wo sich der Bus gerade aufhält über eine App herunterladen. So könnte der Fahrgast dann auch erfahren, wie lange er noch warten muss. Der Fahrerwart hatte zusammen mit dem Vorsitzenden den Bus aus Venlo abgeholt, um ihn dann in eine Detmolder Firma zu bringen, wo er dann sein neues Erscheinungsbild verpasst bekam. Vier Wochen lang wurde er vorbereitet und war erst am vergangenen Samstag erstmals in der Öffentlichkeit zu sehen – versehen mit einem roten Band, das nach ihren Grußworten Bürgermeister Heinz Reker, Heinz Hartmann und Bernd Schulze-Waltrup von der Kommunalen Verkehrsgesellschaft (KVG) Lippe gemeinsam unter dem Beifall zahlreicher Gäste durchtrennten. Eine Sektflasche wie bei Schiffstaufen üblich zerschellte hier nicht, aber der Himmel sorgte mit einigen Regentropfen genau zur Zeremonie für den feuchten Segen. Als Landrat Friedel Heuwinkel als Aufsichtsratsvorsitzender etwas verspätet eintraf hatten sich die dunklen Wolken schon wieder verzogen. Der Landrat dankte wie auch schon Heinz Reker zuvor den ehrenamtlichen Fahrern und dem Verein für ihr Engagement für diesen ganz besonderen Service, der der Bevölkerung mit dem Bürgerbus geboten werde. Der Lügder Friedel Hagemann durfte dann in seinem elektrisch betriebenen Rollstuhl als erster die Rampe benutzen. Problemlos und ohne kompliziertes Rangieren bewältigte er den Ein- und Ausstieg. Die Fahrer, die das künftig wohl häufiger erleben werden, beobachteten ihn bei dieser Premiere mit großem Interesse.
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Barrierefrei und komfortabel
Mehr Qualität und Service mit dem neuen Bürgerbus
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