Glashütte (la/lig). Große Ereignisse werfen in Glashütte ihre Schatten voraus: Der Ortsteil begeht am 20. und 21. Juni sein 300-jähriges Jubiläum. Mit dem Gründungsjahr 1715 zählt Glashütte zu den zeitgeschichtlich gesehen jüngeren Gemeinden in Lippe. Während bei vielen anderen Orten der Ortsname Anlass zu Spekulationen gibt, ist das bei Glashütte augenscheinlich nicht der Fall. Die ersten Menschen, die hier siedelten, waren Glasbläserfamilien, die aus Nordhessen einwanderten. Nach gut 100 Jahren kam die Herstellung von Glas jedoch 1823 bereits wieder zum Erliegen, was nicht zuletzt daran lag, dass die Fürstliche Rentkammer in Detmold die Holzlieferungen drastisch einschränkte und den Glashütter Glasmeistern damit praktisch die Existenzgrundlage entzog. In den Gebäuden und der Umgebung der alten Glashütte wurde jedoch weiter gesiedelt. Die ersten Neusiedler waren hauptsächlich ehemalige Arbeiter der Glashütte, die ihre Häuschen auf einem Platz erbauten, der ihnen von der damals regierenden Fürstin Pauline in Detmold als Pachtgrund überlassen wurde. Sie verdienten ihren Lohn als Waldarbeiter, Köhler oder sie arbeiteten als Ziegler in der Fremde. Die Zeit, beginnend mit dem Anfang bis in die 80er Jahre des 20. Jahrhunderts, waren für Glashütte geprägt von einem stetigen Ausbau des Tourismus, hieß es auch zunächst noch Sommerfrische oder später Fremdenverkehr. Abgesehen von den Hotels und Fremdenheimen boten zu der Zeit auch viele Privathäuser Gästezimmer an. Die Übernachtungszahlen zur Blütezeit des Fremdenverkehrs sprechen hier eine deutliche Sprache. In den letzten Jahren ist es in Glashütte eher ruhig geworden. Der Ort hat, wie viele andere Orte dieser Größe in Lippe auch, mit dem demographischen Wandel, insbesondere dem Wegzug vieler junger Bürger zu kämpfen. Ein Zeichen dieser Entwicklung entgegenzuwirken, ist vielleicht die Entscheidung etlicher Glashütter Bürger, organisiert in dem Verein VFDG, sich um die Belange der Dorfgemeinschaft und unter anderem auch den Erhalt der alten Brunnenhalle zu kümmern. Der Versuch dieses Gebäude als Dorftreffpunkt auszubauen und attraktiv zu machen, ist im Jahr 2014, mit tatkräftiger Unterstützung der Stadt Schieder, auf einen guten Weg gebracht worden. Das Dorfjubiläum wurde zum Anlass genommen eine Dorfchronik zu erstellen, die pünktlich zu den Feierlichkeiten am 20. und 21. Juni vorliegen wird. Außerdem findet während der Jubiläumsfeiern eine kleine Ausstellung mit Fotos und Urkunden zur Dorfgeschichte statt. Ein buntes Rahmenprogramm mit der mobilen Waldschule, einem Motorsägenschnitzer und einem Auftritt des MGV Schieder ist ebenfalls geplant. Die Jubiläumsfeier beginnt am Samstag, 20. Juni um 14 Uhr mit einem Kaffeetrinken. Dem schließt sich der offizielle Teil mit der Vorstellung der neuen Dorfchronik und der Enthüllung eines Gedenksteins an. Am Abend kommen dann die Freunde irischer und schottischer Folkmusik zu den Klängen der Band "Tom Braker Syke" auf ihre Kosten. Ein DJ wird anschließend für Stimmung auf dem kleinen Festzelt sorgen. Der Sonntagmorgen beginnt dann mit einem von Pastor Uwe Sundermann geleiteten Gottesdienst, der bei hoffentlich gutem Wetter im Freien, mit herrlichem Blick auf den See, stattfinden wird. Sollte es regnen, steht das Festzelt hierfür zur Verfügung. Anschließend klingen die zweitägigen Feierlichkeiten mit einem musikalischen Frühschoppen aus. Für Essen und Getränke an beiden Tagen ist selbstverständlich gesorgt. Die Glashütter Einwohner würden sich über ein reges Interesse an den Veranstaltungen und einen guten Besuch freuen.
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Glashütte feiert 300-Jähriges
Glasbläser waren die ersten Einwanderer des Ortes
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