1. Gegenseitige Hilfe und gemeinsame Vorsorge

    Sieben Kultureinrichtungen in Detmold gründen Notfallverbund

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    Detmold (ab). Museen, Archive und Bibliotheken hüten die kulturellen Schätze der Gesellschaft. Durch Feuer, Wasserrohrbrüche oder technische Defekte können sie schnell in Gefahr geraten. Sieben Kultureinrichtungen in Detmold haben sich nun schnelle gegenseitige Hilfe im Notfall zugesichert. Vertreter des Archivs der Lippischen Landeskirche, der Bibliothek der Hochschule für Musik, des Kreisarchivs Lippe, des Landesarchivs NRW Abt. OWL, der Lippischen Landesbibliothek, des Lippischen Landesmuseums und des Stadtarchivs Detmold haben am Montag mit der Unterzeichnung entsprechender Verträge den Notfallverbund Detmold gegründet. Damit verpflichten sich die Kooperationspartner dazu, sich im Notfall mit Personal, Notfallausrüstung, Lagerplatz oder Fahrzeugen auszuhelfen. Der Notfallverbund wird sich gemeinsam fortbilden und Übungen durchführen. Ein gemeinsamer Besuch beim wichtigsten Partner, der Feuerwehr, fand bereits im März statt. Darüber hinaus gewährleisten die Archive, Bibliotheken und das Museum, dass sie selbst für ihre Einrichtungen Notfallpläne erstellen. Gemeinsam könne man Ziele erreichen, die "jeder von uns allein nicht zeitnah oder nicht effizient erreichen könnte", sagte Dr. Frank Bischoff, Präsident des Landesarchivs NRW. Insbesondere seit den Jahrhundertkatastrophen Oder- und Elbhochwasser, Brand der Anna Amalia Bibliothek in Weimar und Einsturz des Historischen Archivs der Stadt Köln stellt die Notfallplanung ein zunehmend wichtiges Arbeitsfeld in Archiven, Museen und Bibliotheken dar. Einzelne Institutionen stünden oft hilflos vor den Folgen eines solchen Großschadens. Im Notfall muss schnell reagiert werden. Durchnässte Dokumente werden in Tüten gepackt und schockgefrostet. Nur so können sie später wieder restauriert und gerettet werden. Entsprechendes Material haben die Einrichtungen in Notfallboxen vorrätig. Hinzu kommen Schutzkleidung, Helme und – ganz wichtig – Schreibmaterial zur Dokumentation. Es sei "ein eher leises Thema mit großer Bedeutung, sagte Ute Schäfer, NRW-Ministerin für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport. Denn für Wissenschaft und Forschung sei es immens wichtig, "auf unverfälschte Originale zurückgreifen zu können", so Schäfer weiter. Gegenüber der individuellen Prävention böten solche Verbünde ein Plus. Denn sie umfassen sowohl die Prävention möglicher Krisensituationen als auch die Vorbereitung angemessener Bergungsmaßnahmen nach Eintritt einer Katastrophe. Eine gute Planung und Organisation, eingeübte Mitarbeiter und gemeinsame Übungen mit der ortsansässigen Feuerwehr oder dem Katastrophenschutz erleichtern die schnelle, tatkräftige Hilfe vor Ort. Erfolgreiche Notfallplanung setzt eine sehr detaillierte kritische Auseinandersetzung mit der eigenen Institution voraus. Potentielle Risiken müssen bewertet und Präventionsmöglichkeiten erarbeitet werden. Dazu gehören auch Prioritätenlisten unter Berücksichtigung des Sammlungswertes und des jeweiligen Gefährdungspotentials. Die Gründung des Notfallverbundes Detmold reiht sich ein in die zunehmende Anzahl von Notfallverbünden in Deutschland, die untereinander Wissen, Erfahrungen und Instrumente wie Checklisten austauschen.

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