1. Detmold war kurzzeitig "Appmold"

    Stadtwerke setzen auf "Guerilla-Marketing"

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    Detmold (ab). In einer Nacht- und Nebelaktion ist aus Detmold "Appmold" geworden. 141 Ortsschilder wurden mit entsprechenden Schriftzügen überklebt. Das Ganze war eine Werbemaßnahme der Stadtwerke Detmold –"Guerilla-Marketing" nennt man so etwas. Noch am selben Tag wurden sämtliche Aufkleber wieder entfernt. Eingeweiht war nur eine Handvoll Stadtwerke-Mitarbeiter, Geschäftsführer Christoph Hüls hatte sein Okay gegeben. Bis gegen 5 Uhr morgens waren Teams unterwegs, um sämtliche Ortsschilder zu bekleben. Stadt prüft rechtliche 
Konsequenzen Die Stadt wurde von der Aktion überrascht: "Wir hatten keine Kenntnis von dieser Aktion, waren im Vorfeld von den Stadtwerken nicht informiert worden, und so eine Aktion wäre natürlich auch niemals genehmigt worden", so Pressesprecherin Petra Schröder-Heidrich. Zahlreiche Beschwerden und Anfragen erreichten das Rathaus am Donnerstag. Nachdem die Aktion bekannt geworden war, habe die Straßenverkehrsbehörde die Stadtwerke Detmold sofort aufgefordert, unverzüglich die Beklebungen an den Schildern wieder zu entfernen. "Ortsschilder sind amtlich angeordnete Verkehrszeichen, deren Manipulation grundsätzlich verboten ist. Die rechtlichen Konsequenzen werden derzeit geprüft", teilt die Stadt weiter mit. Entsprechende Auflagen werde man erfüllen und Bußgelder zahlen, das habe man einkalkuliert, sagte Unternehmenssprecherin Eva Ellminger . Hüls bedauerte ausdrücklich, dass Mitarbeiter der Stadt durch die Aktion in Mitleidenschaft gezogen wurden. Es dürfe dadurch kein Keil zwischen Stadt und Stadtwerke getrieben werden, "das wäre unterträglich", so Hüls gegenüber "Lippe aktuell". Die Stadt ist ein wenig in der Zwickmühle. Denn schließlich ist sie über die Gesellschaft Detcon mit gut 75 Prozent an den Stadtwerken beteiligt. Fällt das Bußgeld hoch aus, machen Stadtwerke und Stadt weniger Gewinn. Bleibt es bei einer symbolischen Verwarnung könnten Nachahmer auf den Plan gerufen werden. Nach dem Motto: Das machen wir auch, kost’ ja nix! Mit "Guerilla-Marketing" bezeichnete der amerikanische Unternehmensberater Jay C. Levinson Mitte der 1980er Jahre ungewöhnliche Vermarktungsaktionen, die eine große Wirkung erzielen, dabei aber wenig kosten. Der erste Punkt ist erreicht, beim zweiten muss man abwarten. Wie auch immer man selbst zu dieser Aktion steht, die Stadtwerke haben Aufmerksamkeit erzielt, wie entsprechende Diskussionen etwa auf "Facebook" zeigen. Aufmerksamkeit für "Appmold", eine neue App für Smartphones, die dem Nutzer Informationen zu den Themen Kultur, Gastronomie, Einkaufen und Sport in Detmold bieten will. Außerdem sollen Nutzer ihren Zählerstand für Strom und Gas direkt über das Programm hochladen, Busverbindungen der SVD und Infos zum "Aqualip" abrufen können.

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