1. Chorgesang rund um den Köterberg

    Geschichte der vor 82 Jahren gegründeten Sängergruppe

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    Lügde (afk). Mit dem Konzert der Sängergruppe Köterberg am Sonntag in Elbrinxen wird eine Tradition fortgesetzt. Anlass genug, einmal einen Blick in die Geschichte dieses Verbundes der Chöre rund um die höchste Erhebung des Weserberglandes zu werfen, der viele Höhen und Tiefen erlebte. Weil es inzwischen immer weniger Chöre gibt und auch der Nachwuchs fehlt, hatte man sogar mal über eine Auflösung diskutiert, sich dann aber dazu entschlossen, die Sängergruppe zu erhalten. Konzerte wie die alljährlichen Sängergruppenfeste und Sternwanderungen sollen dazu beitragen, das Gemeinschaftsgefühl zu stärken. Am 30. Dezember 1933 hatte vermutlich auf Anordnung der NSDAP die Gründung einer Dachorganisation der Gesangvereine Elbrinxen, Rischenau, Sabbenhausen und Schwalenberg stattgefunden, die den Namen "Sängergruppe Köterberg" trug. Das erste Gruppenkonzert richtete der MGV Elbrinxen aus. Im Rahmen der ersten Jahreshauptversammlung 1934 war "Bezirksführer" Chormeister Liesemeier vom MGV Schwalenberg gewählt worden. Dem "Führerrat" (Vorstand) gehörten ferner Gustav Meier als Stellvertreter und Heinrich Deppe als Schriftwart sowie Kassenprüfer Schröder (alle Elbrinxen), Hartwig Welling als Kassenwart und H. Brenker als Kassenprüfer (beide Rischenau) sowie W. Drüke aus Schwalenberg an. Noch in jenem Jahr kam der MGV Hummersen hinzu, der sich aufgrund eines Mitgliederschwunds aber bereits 1936 wieder auflöste. Per Losentscheid bekam der MGV Schwalenberg die Ausrichtung des zweiten Sängertreffens übertragen, das jedoch nur geringe Besucherresonanz erfuhr. Besser besucht waren dagegen die beiden vorerst letzten Gruppenkonzerte vor dem Krieg 1936 in Sabbenhausen und 1937 in Rischenau. Das sollten dann für elf Jahre die letzten Aktivitäten der Sängergruppe gewesen sein, denn während der Kriegszeit ruhte der Gruppenbetrieb. 1948 lud der MGV Rischenau die früheren Vereine der Sängergruppe Köterberg und die neu gegründeten Vereine Wörderfeld und Niese zu einer Versammlung in das Chausseehaus in Rischenau ein. Man verständigte sich darauf, die frühere Sängergruppe "Köterberg" innerhalb des Sängerkreises Lippe entstehen zu lassen und wählte zunächst einen Übergangsvorstand mit Hartwig Welling an der Spitze bis zur ersten Jahreshauptversammlung, die dann am 16. Januar 1949 auch im Chausseehaus abgehalten wurde. Neu dabei waren der MGV Polle und der neu gegründete Verein aus Hummersen. Immerhin zählte der neue Verband 210 aktive Sänger. Für jedes Mitglied zahlte jeder Chor damals 10 Pfennig in die Gruppenkasse. Ab 1952 wurde der Betrag auf 20 Pfennig, 1953 auf 30 Pfennig, 1959 auf 50 Pfennig erhöht. 1951 beschloss der Chorverbund seine neue Satzung. Von einer Eintragung ins Vereinsregister nahm man zunächst noch Abstand. Das Gruppenfest richtete der MGV Wörderfeld aus, das mit einer Fahnenweihe verbunden wurde. Nach dem Beitritt des MGV Baarsen und des MGV Kollerbeck zählte die Sängergruppe 1952 acht Männer- und drei Frauenchöre sowie einen Gemischten Chor. Neuer Gruppenchorleiter wurde Herr Sieburg aus Ottenstein. Gleich zwei Gruppenfeste feierte man 1955: Der Gemischte Chor Niese verband es im Mai mit einer Fahnenweihe und im Juni richtete der MGV Baarsen das Fest aus. Ein Jahr später verlegte die Sängergruppe das Fest auf den Köterberg und war selbst Veranstalter. Bei dieser Gelegenheit, bei der auch die benachbarte Sängergruppe Emmertal zu Gast war, wurde das neue Gruppenbanner geweiht. Im Lippischen Sängerbund ist die Sängergruppe Köterberg die einzige, die eine Fahne bzw. ein Banner führt. Der damalige Vorsitzende Heinrich Heringlake (er stand bis 1970 an der Spitze) vom MGV "Eintracht" Rischenau hatte den Anstoß dazu gegeben und die Weihe auf dem Köterberg-Gipfel vorzunehmen. Die Weihe des Banners (es steht im Fahnenschrank des MGV Rischenau), das den Spruch "Berge und Täler uns allen bekannt, du meiner Heimat heiliges Land" trägt nahm der Präsident des lippischen Sängerbundes Paul Leitsmann vor. Dieser Spruch wurde später vertont und der Sängerspruch der Sängergruppe Köterberg. Lehrer Lemke übernahm 1959 die Aufgabe von Heinz Krenzin, der bereits ein Jahr später von Karl Meinberg abgelöst wurde. 1960 feierte der MGV Elbrinxen, der in der 82-jährigen Geschichte ebenso wie die Eintracht" aus Rischenau das Gruppenfest zehnmal ausrichtete, sein 70-jähriges Bestehen. Den Festakt verlegte man unter die 1000-jährige Linde. 1965 hatte die Sängergruppe 241 aktive Mitglieder. Der größte Verein war mit 40 Sängern der MGV "Eintracht" Elbrinxen. 1969 meldet sich zwischenzeitlich der Gemischte Chor Niese ab, weil er keinen Chorleiter mehr hat. Später kehrt der Chor unter der Leitung von Sigmar Mattke wieder zurück. Eine der ersten Amtshandlungen des 1970 gewählten Walter Brand aus Elbrinxen war es 1971, seinen Vorgänger Heinrich Heringlake für dessen 21jähriger Tätigkeit zum Ehrenvorsitzenden zu ernennen. Brand blieb bis 1982 bis er von Harald Löhr (Rischenau) abgelöst wurde, der bis 2007 an der Spitze der Sängergruppe stand. Seither hat Georg Wilsmann vom MGV "Eintracht Germania" Holzhausen aus Bad Pyrmont den Vorsitz. 1982 stießen der MGV "Froher Liederkranz" und der Kinder-und Jugendchor Lügde zur Sängergruppe. Hans-Karl Hoppenstock übernahm 1986 die Chorgruppenleitung. Zuwachs kam 2003 aus Niedersachsen zur Sängergruppe: Der MGV "Eintracht Germania" Holzhausen und der Kinder- und Jugendchor Bad Pyrmont schlossen sich an. Inzwischen gehört mit dem Vokalensemble "canto allegro" aus Lügde auch ein NRW-Meisterchor dazu.

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