Oerlinghausen/Leopoldshöhe (kd). Der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) hat den Habicht zum "Vogel des Jahres 2015" gewählt. Denn wie viele andere seiner Verwandten ist er immer noch der illegalen Verfolgung ausgesetzt, obwohl die Jagd auf den Habicht seit den 1970er Jahren verboten ist. Kaum eine Art eignet sich als Repräsentant der Vogelwelt besser als der Habicht, heißt es in einer Pressemitteilung des Nabu. Er biete ein wunderbares Bild von Schönheit, Wildheit, Kraft und Stolz. Nicht alle Menschen haben das ebenso empfunden. Jahrhundertelang wurde der Habicht diffamiert, verfolgt und getötet. Heute gibt es bereits erfolgreiche Ansätze, bei denen die Jägerschaft und Naturschutzverbände an einem Strang ziehen. Dennoch sieht mancher Jäger den Habicht nach wie vor als Nahrungskonkurrenten, der ihm ausgesetzte Jagdfasane wegfängt. Auch von einigen Geflügelhaltern und Taubenzüchtern wird gefordert, den Habicht zu fangen oder abzuschießen. Auch wenn sich der Habicht mal ein Haushuhn oder eine Reisetaube holt, besteht seine Hauptnahrung aus wild lebenden Stadttauben sowie Krähen und Elstern, von denen es ausreichend viele gibt. Daher entwickelt sich der Habicht zunehmend vom scheuen Waldbewohner zum Nachbarn in städtischen Parks und Friedhöfen. Noch aber überwiegt die Bestandsabnahme in der freien Landschaft, so dass die Anzahl der Habichte insgesamt leicht zurückgeht. Wie für viele andere Vogelarten werden auch Vorkommen und Brutplätze des Habichts vom Nabu für die Ornithologische Arbeitsgruppe Lippe kartiert, die Beobachter halten zudem Ausschau nach Fallen und Giftködern. Fallen sollten nicht selbst entfernt, Giftköder auf keinen Fall berührt werden. Entweder kann die Polizei informiert oder die Telefonnummer des "Komitees gegen den Vogelmord" (Rufnummer 0228 665521) verständigt werden.
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Vom Waldbewohner zum Nachbarn
Habicht ist "Vogel des Jahres"
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