Elbrinxen (afk). Kaum jemand ahnt, dass sich hinter der ebenfalls grünen Fassade der Betriebshallen am Rande des Lügder Ortsteiles Elbrinxen ein seit fünf Jahrzehnten expandierendes Unternehmen befindet, das weltweit hohes Ansehen genießt: Oxyd-Keramik, ein Hersteller von ungeformten feuerfesten Baustoffen, die zur Auskleidung von Wärme- und Schmelzöfen sowie von Transport- und Behandlungsaggregaten für metallurgisches Schmelzen geeignet sind. Oder einfacher ausgedrückt: Das Unternehmen ist Zulieferer für die Stahlindustrie und Eisengießereien. Es liefert seine Produkte in die ganze Welt. Jetzt feierte das Unternehmen im Beisein von rund 150 Gästen mit einem Festakt. Als der Chemiker Rudolf Schröter und der Kaufmann Gerhard Reschke 1965 in der ehemaligen Mühle unter schwierigsten Bedingungen den Startschuss des Unternehmens wagten, da waren Ideen und Mut gefragt. Niemand konnte ahnen, welche positive Entwicklung das mittelständische Familienunternehmen einmal nehmen würde. Annemarie Reschke (92), Witwe von Gerhard Reschke erinnert sich noch genau an die ersten Gehversuche: "Ich war im Garten, als sich mein Mann und Rudolf Schröter mit einem weiteren Herrn trafen. Alle drei waren durch den Krieg schwer verletzt worden. Die drei haben das "Unternehmen Oxyd” lange besprochen und am Schluss haben sie gesagt ,...und dennoch wagen wir es. Sie meinten wohl damit: Gerade weil wir so ein schweres Schicksal erlitten haben, gehen wir das Risiko ein." Sie sollten Recht behalten und haben es sich und anderen bewiesen. Großen Respekt zollten die Nachfolger, Geschäftsführer Ulrich Schröter und Gabriele Heineker, beim Festakt den Gründervätern. "Es war ein mühsamer Beginn. Begonnen haben sie damals in einem ehemaligen Schweinestall und die körperlichen Anforderungen waren damals wesentlich härter”, so Schröter. Beide stellten aber zugleich auch die Leistung ihres heutigen gesamten 35-köpfigen Mitarbeiterteams in den Mittelpunkt ihrer Dankesworte und machten damit auch die besondere Firmenphilosophie deutlich: "Unser Kapital sind die Mitarbeiter und deren Erfahrung in Theorie und Praxis der Feuerfesttechnik.” 1977 siedelte das Unternehmen an den Ortsrand von Elbrinxen, expandierte ständig und investierte mit dem Bau einer 850 Quadratmeter großen Logistikhalle einschließlich Verladerampen und Erweiterung des Labors in diesem Jahr kräftig in die Zukunft. Mit einer Jahresproduktion von 14.000 Tonnen erreichte das Unternehmen im vergangenen Jahr ein Rekordergebnis. Verschiedenste Rohstoffe aus aller Welt werden per Lastwagen zum Firmengelände in Elbrinxen geliefert und dort nach speziell entwickelten Rezepturen mit leistungsstarken modernen Anlagen gemischt. Spätestens hier beginnt die verantwortungsvolle Arbeit des Industriekeramikers. Alle Rohstoffe werden zunächst einer Eingangskontrolle im Labor unterzogen. Unmittelbar nach dem Mischprozess erfolgt eine erste Materialkontrolle, detaillierte Prüfungen erfolgen danach erneut im Labor. Bürgermeister Heinz Reker lobte das Geburtstagskind als ein wichtiges Unternehmen, das sich stets mit einer weitsichtigen Unternehmensphilosophie, mit harter Arbeit und unbedingtem Leistungswillen seine bedeutende Rolle am Markt behauptet habe: "Risiken nüchtern zu erkennen und neue Herausforderungen anzunehmen und zu bestehen – das sind Eigenschaften, die das Unternehmen Oxyd über viele Jahre ausgezeichnet hat. Ich habe allergrößten Respekt vor dieser Leistung”, so Reker. Michael Wennemann, Geschäftsführer der Industrie- und Handelskammer, hatte neben der Urkunde für das Firmenjubiläum noch ein besonderes Erinnerungsstück dabei: Er las aus dem Berichtsheft seiner Nichte vor, die einst als erste Auszubildende des Betriebes die Büroarbeit von der Pike auf kennengelernt hatte. Ortsbürgermeister Hermann Wenneker dankte den "Feuerfesten” für ihr Engagement in Elbrinxen. Mit einem bunten Rahmenprogramm für Jung und Alt wurden die vielen Besucher bestens unterhalten. Auf großes Interesse stießen dabei die Betriebsführungen, bei denen die Besucher in die umfangreichen Arbeitsabläufe eingeweiht wurden.
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Vom kleinen Dorf in die weite Welt
Viel Anerkennung für das Unternehmen "Oxyd-Keramik"
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