1. Pulslos und dennoch am Leben

    Verein informiert in Mardorf und Steinhude über künstliche Herzen

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    STEINHUDE (ew). Jährlich erkranken in Deutschland mehr Menschen an Herzschwäche als an Krebs. Vielen Patienten kann mit Bypässen oder künstlichen Herzklappen geholfen werden. Für immer mehr Menschen kommen diese Operationen zu spät. Für sie ist der letzte Ausweg ein Kunstherz. Die Zahl der Kunstherzpatienten steigt jährlich. Vorsichtige Schätzungen der Kardiologen prophezeien in den nächsten zehn Jahren mehr als 20.000 Kunstherzpatienten. Schon heute warten jährlich über 1000 Erkrankte in Deutschland auf ein Spenderherz, aber nur knapp 250 Transplantationen können die Herzchirurgen im Durchschnitt vornehmen – 2014 waren es sogar nur 190. Die Wartelisten werden immer länger. Bei den Umfragen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZGA) zur Organspende erklärten im Jahr 2013 immerhin 88 Prozent, sie möchten helfen und selbst ein Organ erhalten, wenn es notwendig werden sollte. 68 Prozent erklärten sich bereit, nach ihrem Tod Organe und Gewebe zu spenden. Aber: Nur 27 Prozent der Bundesbürger verfügen über einen Organspenderausweis. Generell herrscht eine mangelnde Aufklärung in der Bevölkerung.

    Aus diesem Grund hat der Verein Pulslos-Leben eine Aufklärungstour durch Niedersachsen organisiert. Der Verein wurde in Zusammenarbeit mit der Medizinischen Hochschule Hannover initiiert. Kunstherzpatienten besitzen keinen Puls und keinen Blutdruck, da das herzunterstützende System ähnlich wie eine Kreiselpumpe funktioniert. Zur Aufklärung über die Organspende und Kunstherzen ist Jörg Böckelmann im Auftrag des Vereins Pulslos-Leben unterwegs. In Mardorf steht er Interessierten am Sonntag, dem 24. Mai, am Stand von Pulslos-Leben nach dem Gottesdienst im Freien (Beginn 11 Uhr) zur Verfügung und am Nachmittag an der Promenade (Segelklub) am Stand von Pulslos-Leben. Am Montag, dem 25. Mai, informiert Jörg Böckelmann, der selbst mit einem Kunstherz lebt, in der Innenstadt von Steinhude. Im Gepäck hat er ein Stethoskop. Interessierte und Zweifler können sich bei einer Hörprobe davon überzeugen, dass eine Pumpe die Arbeit des Herzens übernommen hat.

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